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"Gnadenloser" Antisemitismus: Paris will gegensteuern

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"Gnadenloser" Antisemitismus: Paris will gegensteuern

"Gnadenloser" Antisemitismus: Paris will gegensteuern
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Jeder Angriff auf einen jüdischen Mitbürger klinge „wie ein neuer Kristallbruch“, so Frankreichs Ministerpräsident Edouard Philippe – eine Anspielung auf die die Reichspogromnacht in Deutschland vor 80 Jahren, die früher auch „Reichskristallnacht“ genannt worden war.

Die Zahl der antisemitischen Übergriffe in Frankreich ist nach Angaben der Regierung in den ersten neun Monaten des Jahres um fast 70 Prozent gestiegen – nach zwei Jahren des Rückgangs. Die Zahlen seien gnadenlos, so Philippe auf Facebook.

"Elie Wiesel hat es in wenigen Worten gelehrt: 'Die wirkliche Gefahr, mein Sohn, heißt Gleichgültigkeit'. Die Regierung hat sich gerade dazu entschieden, nicht gleichgültig zu bleiben."

Und kündigte neben verstärkten Sicherheits- und Aufklärungsmaßnahmen für 2019 ein Gesetzgebungsprojekt an, um die Löschung von Hassinhalten in sozialen Netzwerken zu beschleunigen.

Angriffe auf jüdische Kinder und die Ermordung einer 85-jährigen Holocaust-Überlebenden in ihrer Wohnung in Paris hatten zuletzt landesweit für Entsetzen gesorgt. Seit dem Jahr 2000 gibt es einen explosionsartigen Anstieg antisemitischer Angriffe in Frankreich. Experten sehen ein Zusammenhang mit der Situation im Nahen Osten. Im vergangenen Jahr gab es nach offiziellen Angaben 311 antisemitische Übergriffe. Das waren sieben Prozent weniger als 2016. Einen Höchstwert hatte es 2015 gegeben.

Der Vorsitzende des jüdischen Dachverbandes Crif (Conseil représentatif des institutions juives de France), Francis Kalifat, nannte die Zahlen „keine Überraschung“. „Der Antisemitismus ist in unserem Land tief verankert. Wir erreichen ein Niveau, das unerträglich ist“, betonte er. Der Hass auf Juden sei wie ein „Krebsgeschwür, das unsere Gesellschaft vergiftet“.

In Frankreich gibt es die größte jüdische Gemeinde in Europa: Dort leben etwa 550.000 Juden. Viele fühlen sich seit geraumer Zeit nicht mehr sicher in ihrem Land. Laut Schätzungen verlassen jährlich rund 3.000 Juden Frankreich - sie ziehen fast alle nach Israel.

su