Ex-Präsident Jair Bolsonaro, der derzeit eine Haftstrafe verbüßt, ist aus dem Gefängnis in ein Krankenhaus gebracht worden.
Der inhaftierte frühere brasilianische Präsident Jair Bolsonaro liegt auf der Intensivstation in einem Krankenhaus in Brasília. Dort wird der Siebzigjährige wegen einer Lungenentzündung behandelt, teilten seine Ärzte am Freitag in einer Erklärung mit. Wegen eines Putschversuchs war der Rechtspopulist zu 27 Jahren Haft verurteilt worden.
Jair Bolsonaro leidet derzeit unter hohem Fieber, einem niedrigen Sauerstoffgehalt im Blut, Schweißausbrüchen und Schüttelfrost. Untersuchungen bestätigten eine Bronchopneumonie, eine Form der Lungenentzündung.
"Eine Lungenentzündung ist bei Patienten über siebzig Jahren immer ernst, weil sie in eine Sepsis übergehen kann. Bakterien können in den Blutkreislauf gelangen und den Zustand weiter verschlimmern", sagte Brasil Caiado, einer der behandelnden Ärzte.
Jair Bolsonaro, ein einstiger Verbündeter von US-Präsident Donald Trump, wird am 21. März 71 Jahre alt. Er leidet seit Jahren unter gesundheitlichen Problemen.
Am Freitag schrieb Bolsonaros ältester Sohn auf X, sein Vater sei nach nächtlichem Schüttelfrost und Erbrechen aus dem Gefängnis in ein Krankenhaus verlegt worden.
"Ich bitte um Gebete, damit es nichts Ernstes ist“, schrieb Flávio Bolsonaro, nachdem er erfahren hatte, dass sein Vater ins Krankenhaus gebracht worden war.
Nach Angaben des Kardiologen des Ex-Präsidenten ist es "unwahrscheinlich, dass Bolsonaro in den nächsten Tagen ins Gefängnis zurückkehrt. Die Behandlung erfolgt intravenös und muss im Krankenhaus stattfinden", zitierte ihn die Nachrichtenagentur Associated Press.
Die Familie Bolsonaros drängt das Oberste Gericht weiter, ihm Hausarrest zu gewähren. Sie wirft den Behörden Misshandlung und unzureichende medizinische Versorgung vor. Das Gericht lehnte den Antrag ab. Hintergrund ist, dass die Justiz einen Fluchtversuchfürchtet. Im Januar war die einstige Führungsfigur der radikalen Rechten in Brasilien in eine größere Zelle verlegt worden.
Bolsonaro-Sohn will Präsident werden
Bolsonaros Sohn Flavio veröffentlicht auf X immer wieder Appelle, seinen Vater aus gesundheitlichen Gründen in einen "humanitären" Arrest zu verlegen. Er behauptet, das Leben Jair Bolsonaros werde "absichtlich aufs Spiel gesetzt".
Flávio Bolsonaro hat vor Kurzem seine Kandidatur für das Präsidentenamt angekündigt. Umfragen sehen den rechtspopulistischen Kandidaten fast gleichauf mit dem amtierenden linken Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva.
Sein Vater Jair Bolsonaro sitzt seit Ende 2025 im Gefängnis. Das Oberste Bundesgericht Brasiliens hatte ihn im vergangenen September wegen eines versuchten Staatsstreiches verurteilt. Der Ex-Präsident wurde außerdem wegen weiterer Anklagepunkte schuldig gesprochen, darunter die Leitung einer bewaffneten kriminellen Vereinigung und der Versuch, die demokratische Rechtsordnung gewaltsam abzuschaffen. Er weist alle Vorwürfe zurück.
Trump sprach von "Hexenjagd" gegen Bolsonaro
Der Prozess stieß weltweit auf großes Medienecho. Er gilt als beispiellos in der demokratischen Geschichte Brasiliens. Die Aufmerksamkeit nahm noch zu, als US-Präsident Donald Trump Strafzölle gegen Brasilien verhängt hatte und sich dabei auf das Verfahren gegen seinen Verbündeten Bolsonaro berief. Trump sprach von einer "Hexenjagd".
Viele dieser Zölle sind inzwischen wieder aufgehoben worden.