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Das Tutu: Eine Tradition an der Pariser Oper

Das Tutu: Eine Tradition an der Pariser Oper
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Sie gehören zum Ballett wie Spitzentanz und Spagat: Tutus. Ihre Herstellung hat in der Pariser Oper Tradition. Nach Angaben des Hauses wurden sie hier zuerst geschneidert. Um das Handwerk zu erhalten, veranstaltet die Oper jährlich einen Workshop. 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen unter anderem Kostümschneiderei und die Herstellung von Dekostoffen.

Anne-Marie Legrand, Leiterin der Werkstatt für Frauenkostüme, erinnert sich an ihre Anfänge: "Es gibt keine Schule fürs Tutuschneidern. Als ich hier anfing, war das eine gut gehütete Fähigkeit, die von Schneiderin zu Schneiderin weitergegeben wurde. Heute ist das immer noch ein bisschen so. Wer das Handwerk erlernen will, muss hierher kommen."

In einem anderen Workshop wird die Fabrikation von Perücken gelehrt. Camille Laurent lernt, welcher Stil zu welcher Epoche gehört, wie Haare vernäht werden. Die Herstellung einer Perücke kann bis zu zehn Tage dauern. Laurent ist fasziniert: "Es geht darum, andere Epochen zum Leben zu erwecken und Fähigkeiten zu lernen, die die Menschen schon vor teilweise mehreren tausend Jahren gelernt haben. Und es geht auch darum, wie früher zu arbeiten und die Menschen zum Träumen zu bringen, wenn sie unsere Aufführungen sehen."

1832 hatte das Tutu nach Angaben des Hauses in der Pariser Oper seinen ersten Bühnenauftritt - die Workshops dürften dafür sorgen, dass noch viele Aufführungen mit dem weißen Kleid folgen werden.