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Bernardo Bertolucci: Der "letzte Kaiser" des italienischen Kinos

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Bernardo Bertolucci: Der "letzte Kaiser" des italienischen Kinos

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Er war "der letzte Kaiser" des italienischen Kinos: Bernardo Bertolucci. Seine ersten Set-Erfahrungen sammelte Bertolucci – Jahrgang 1941 – als Assistent des Filmregisseurs Pier Paolo Pasolini. Später errang er selbst internationalen Ruhm mit vielen Filmen wie Der letzte Tango in Paris, Der große Irrtum, 1900 und nicht zuletzt Der letzte Kaiser. Neben einem Stern auf dem "Walk of Fame" in Hollywood erhielt er unter anderem zwei Oscars, in Venedig den Goldenen Ehrenlöwen für sein Lebenswerk und die Goldene Ehrenpalme in Cannes.

Schauspieler Antonio Banderas twitterte: "Ein großartiger Filmemacher geht von uns, ein allbekannter Italiener und Meister der Filmkunst. Danke für so viel Talent." Regisseur Guillermo del Toro listete seine Bertolucci-Lieblingsfilme auf und Kollege Alfonso Cuarón ergänzte: "Du wirst immer der Rebell sein, der auf dem Kinotisch steht."

Hunderte erwiesen dem am Montag verstorbenen Regisseur am aufgebahrten Sarg im römischen Rathaus die letzte Ehre, darunter die Schauspielerin Stefania Sandrelli. Sie drehte mehrere Filme mit Bertolucci: "Er hat mir wirklich die Hand ausgestreckt und mich weitergebracht."

Er habe immer sehr wichtige und herausfordernde Themen behandelt und trotzdem ungewöhnliche Sachen gesagt – mit einer starken ideologischen Freiheit, sagte Regisseur Mario Martone. Und Kameramann Vittorio Storaro ergänzte: "Er hat mit der Kamera geschrieben, und das nicht auf eine normale, traditionelle Weise eine Geschichte zu erzählen, sondern indem er versucht hat, den poetischen Teil einer Geschichte zu suchen."

Gelobt wurde Bertolucci auch für die Bandbreite seines Werks. Dieses zählte schon vor seinem Tod zu den Klassikern der Moderne: Bertoluccis Filme thematisierten das Verbotene, das Verborgene, sexuelle Gefühle; sie waren politisch und historisch.

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