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Virales Gillette-Video mit 6 Mio. Klicks: Wann ist ein Mann ein Mann?

Virales Gillette-Video mit 6 Mio. Klicks: Wann ist ein Mann ein Mann?
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@Gillette screenshot
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"Wann ist ein Mann ein Mann?", das fragte der Liedermacher Herbert Grönemeyer in seinem Song schon 1984. Erst jetzt und offenbar als Reaktion auf #MeToo und den Kampf gegen sexuelle Gewalt gegen Frauen hat der Rasiererproduzent Gillette - der zum Konzern Procter & Gamble gehört - mehrere neue Werbevideos veröffentlicht. Der eigentliche Gillette-Slogan ist ja "The Best A Man Can Get." ("Das Beste im Mann"), aber für künftige Generationen von Jungs müsse der Slogan umdefiniert werden, meint das Unternehmen.

Im Werbevideo schreitet der Vater ein, wenn Jungs sich prügeln. Männlichkeit soll nicht mehr durch Gewalt ausgedrückt werden. Auf Englisch ist auch von "toxischer Maskulinität" die Rede, die es zu bekämpfen gilt.

Auf YouTube wurde der letzte Clip "We Believe" schon in den ersten 24 Stunden nach der Veröffentlichung 6 Millionen Mal angeklickt.

Was im deutschsprachigen Raum schon 1984 ein Erfolg war, hat jetzt in den USA und zum Teil auch in den britischen Medien für einen Shitstorm von konservativen Männern gesorgt. Wegen der neuen Videos, die das Männerbild in Frage stellen, wollen Männer - die teils seit Jahrzehnten Kunden waren - keine Gillette-Rasierer mehr kaufen.

Der britische Reporter Piers Morgan schreibt in der DAILY MAIL, diese Kriegskampagne gegen das Maskuline mache ihn krank, mit dem Männer hassenden Werbeclip schneide sich Gillette selbst die Kehle durch.

Viele Männer sehen sich durch das Umdenken bei Gillette verunglimpft. Sie wollen nicht als "brutale Typen" gesehen werden,nur weil sie Männer sind. Andere sehen sich als Opfer des Feminismus.

Einige fragen sich aber auch, was an dem Video denn besonders sei.

Der Schauspieler John Fugelsang fordert auf Twitter die Gegner der Gillette-Kampagne auf, doch ihre wahre Identität preiszugeben und sich nicht hinter falschen Namen zu verstecken.