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100 Jahre Bauhaus: "Wir können immer noch eine Menge davon lernen"

100 Jahre Bauhaus: "Wir können immer noch eine Menge davon lernen"
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Bauhaus – schon der Name ist wie ein Ausrufezeichen. Oder hätte ein Monstrum mit dem Namen „Großherzoglich-Sächsische Hochschule für Bildende Kunst“ auch nur die geringste Chance gehabt, zur Ikone für Tänzer, Designer, Maler, Fotografen oder Architekten zu werden? Walter Gropius stempelte die Vorgänger-Institution vor 100 Jahren zur Marke um – und diese hundert Jahre werden nun gefeiert.

Zum Beispiel in Berlin mit Oscar Schlemmerstriadischem Ballett”. Diana Schniedermeier, künstlerische Leiterin der Tanz-Performance in der Akademie der Künste:

"Vor hundert Jahren hat man sich am Bauhaus Gedanken darüber gemacht, wie die Beziehung zwischen Mensch und Maschine aussieht und wie sie sich verändert vor dem Hintergrund der Industrialisierung und Mechanisierung. Gerade Oskar Schlemmer hat auf der Bühne viele Experimente zu diesem Thema gemacht. Ein anderer Aspekt, der für uns auch sehr wichtig ist: Walter Gropius‘ Überlegung und auch Postulat des "Total-Theaters" vor hundert Jahren bereits, wo er gefordert hat, dass die Trennung zwischen Zuschauer und Bühne ausfgehoben werden soll und der Zuschauer doch in das Bühnengeschehen integriert und sich einfügt“.

NUR 14 JAHRE - DANN MACHTEN DIE NATIONALSOZIALISTEN DEN GARAUS

Ganze 14 Jahre hatten die Bauhaus-Vordenker und –Vormacher, um aus Kunst, Handwerk und Industrie eine neue Formensprache zu entwickeln, die Designer bis hin zu Apple-Pionier Steve Jobs inspirierte.

Ein Jubiläums-Jahr reicht kaum, um die 14 Jahre in Ausstellungen und Aufführungen in Deutschland und auch in den USA wiederzugeben, wohin die meisten Hauptfiguren des Bauhauses vor den Nationalsozialisten flohen, wie Walter Gropius, Mies van der Rohe und László Moholy-Nagy.

Bettina Wagner-Bergelt, künstlerische Leiterin des Eröffnungsfestivals 2019:

"Ich denke, dass das Bauhaus einfach in seiner Haltung zur Welt und zur Kunst immer noch eine ganz entscheidende Funktion hat, dass wir davon eine Menge lernen können, was vielleicht über die hundert Jahren ein bisschen in Vergessenheit geraten ist.“

"TAUTES HEIM"

Ganz Unersättliche können in einem Bauhaus-Haus wohnen, gleich bei der Hufeisen-Siedlung in Berlin-Britz, einem Häuschen von einem der Siedlungs-Architekten Bruno Taut – erworben und wieder hergerichtet von einem Designer- und Landschaftsarchitekten-Paar (Katrin Lesser & Ben Buschfeld).

Aber Vorsicht, Suchtpotential:

„Das Resultat der Erfahrungen würde aber aus der Besichtigung der Bauten, aus ihren Bildern und Plänen usw. allein schwer zu erkennen sein,“ so Taut, „dazu gehört die Entwicklungsgeschichte der Sache, nach deren Kenntnis man sich erst ein Urteil bilden kann.“

Sigrid Ulrich

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