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Algerien: Bouteflika tritt nochmal an, aber nicht für lange - versprochen

Algerien: Bouteflika tritt nochmal an, aber nicht für lange - versprochen
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In Algerien hat Präsident Abdelaziz Bouteflika nach Medienberichten (lokales Fernsehen) zugesagt, innerhalb eines Jahres zurückzutreten und eine vorgezogene Wahl anzusetzen - hält aber an der Kandidatur für die anstehende Präsidentschaftswahl fest.

Mit den größten Demonstrationen in Algerien seit dem arabischen Frühling hatten Tausende versucht, den 82-jährigen von der Kandidatur für ein fünftes Mandat abzuhalten.

Er ist seit zwanzig Jahren an der Macht und hatte vor sechs Jahren einen Schlaganfall.

Trotzdem trete er auch bei der Präsidentschaftswahl im April an, so sein Wahlkampfleiter Abdelghani Zaalane:

„Es wird neue Präsidentschaftswahlen geben, organisiert von einer Nationalkonferenz. Ich verspreche, bei diesen Wahlen nicht zu kandidieren.

Sie sollen unter anderem den freien und transparenten Übergang der Macht unter friedlichen Bedingungen gewährleisten,“ zitierte er aus einem Brief Bouteflikas.

Bouteflika befindet sich nach Medienberichten zu medizinischen Untersuchungen in Genf in der Schweiz.

Laut Wahlkommission müssen die Kandidaten ihre Papiere allerdings persönlich einreichen - was für Bouteflika sein Wahlkampfleiter erledigt hat.

Führende Oppositionspolitiker kündigten einen Boykott der Wahl an, sollte der Präsident erneut kandidieren.

Bis Sonntag Mitternacht hatten die Kandidaten Zeit, Ihre Unterlagen offiziell beim algerischen Verfassungsrat einzureichen. Der Tag wurde begleitet von landesweiten Protesten, meist von Studenten.

Gerade in der jungen Generation unter 30 Jahren sind besonders viele arbeitslos. Die Wirtschaft des Landes leidet stark unter dem Preisverfall bei Öl und Gas. Die Arbeitslosigkeit liegt nach Angaben der Weltbank bei etwa 13 Prozent, unter 25 sind es mehr als 24 Prozent.

Bouteflika war 1999 als Wunschkandidat des algerischen Militärs zum Präsidenten gewählt worde. Seit dem Schlaganfall 2013 ist er auf den Rollstuhl angewiesen und hat große Probleme zu sprechen.

Bei Massenprotesten am Freitag war es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Nach Angaben der Generaldirektion der Sicherheitskräfte wurden dabei 56 Polizisten und sieben Demonstranten verletzt. 45 Demonstranten seien festgenommen worden. InnenministerNouredine Bedoui bestätigte, dass ein 56-Jähriger starb. Er einem Herzinfarkt erlegen, so die Nachrichtenagentur APS.

Algerien wählt am 18. April einen neuen Präsidenten.

su