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"Persona non grata": Deutscher Botschafter in Venezuela soll Land innerhalb von 48 Stunden verlassen

"Persona non grata": Deutscher Botschafter in Venezuela soll Land innerhalb von 48 Stunden verlassen
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REUTERS/Marco Bello
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Der deutsche Botschafter in Venezuela, Daniel Kriener, ist von der venezolanischen Regierung als "persona non grata", zu einer unerwünschten Person, erklärt worden. Das erklärte der Außenminister Jorge Arreaza in einer Mitteilung auf Twitter.

Er habe wiederholt in innere Angelegenheiten des Landes eingegriffen, heißt es in dem Tweet. Angehängt daran veröffentlichte er eine Stellungnahme, in der die Beweggründe für die Entscheidung erläutert werden.

Kriener habe in Venezuela eine öffentliche Rolle ausgeübt, die eher typisch für einen politischen Führer sei, der sich "klar an der Verschwörungsagenda extremistischer Gruppen der venezolanischen Opposition orientiert", heißt darin.

Der Botschafter habe damit 48 Stunden, um das Land zu verlassen.

Kriener hatte am Montag gemeinsam mit anderen Diplomaten aus Europa, Lateinamerika und den USA den selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó am Hauptstadtflughafen Maiquetía erwartet. Damit wollten sie offenbar verhindern, dass der Oppositionsführer bei seiner Rückkehr ins Land festgenommen wird.

"Wir wollen helfen und unterstützen, dass er sicher zurückkehrt", hatte Kriener im Fernsehsender NTN24 gesagt. Guaidós Rückkehr nach Venezuela sei "ein Schritt hin zu einem politischen und friedlichen Prozess zur Überwindung der Krise in Venezuela", twitterte die Deutsche Botschaft in Caracas. Guaidó bedankte sich später für die Unterstützung der Diplomaten.

Eine Sprecherin des deutschen Außenministeriums sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass man gerade dabei sei, sich mit seinen Verbündeten in dieser Sache über eine Reaktion abzustimmen.

Seit Jahren steckt das Land in einer schweren Krise

In dem südamerikanischen Land tobt seit Wochen ein erbitterter Machtkampf zwischen Präsident Nicolás Maduro und Guaidó. Der junge Abgeordnete hatte sich am 23. Januar zum Interimspräsidenten erklärt und den Staatschef damit offen herausgefordert. Zahlreiche Staaten, darunter auch Deutschland, haben Guaidó bereits als rechtmäßigen Übergangspräsidenten anerkannt.

Zuletzt scheiterte sein Versuch, Hilfsgüter von Kolumbien und Brasilien aus nach Venezuela zu bringen. An den Grenzübergängen kam es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Oppositionsanhängern und Sicherheitskräften. Dabei wurden mehrere Menschen getötet und Hunderte verletzt.

Das ölreichste Land der Welt leidet unter einer schweren Wirtschafts- und Versorgungskrise. Aus Mangel an Devisen kann Venezuela kaum noch Lebensmittel, Medikamente und Dinge des täglichen Bedarfs für die Not leidende Bevölkerung einführen. Viele Menschen hungern, über drei Millionen Venezolaner haben ihre Heimat bereits verlassen.