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Gewalt an Venezuelas Grenze: Maduro bricht Beziehungen zu Kolumbien ab

Gewalt an Venezuelas Grenze: Maduro bricht Beziehungen zu Kolumbien ab
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REUTERS/Andres Martinez Casares
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Die angespannte Lage an der Grenze Venezuelas zu Kolumbien ist eskaliert. Im andauernden Konflikt um die Einfuhr von Hilfsgütern haben Sicherheitskräfte des amtierenden venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro einen Konvoi beschossen, der offenbar eine Grenzbefestigung durchbrochen hatte. Sie feuerten Tränengas und Gummigeschosse auf Lkw und begleitende Personen. Der TV-Sender "CNN en Español" berichtete von mindestens hundert Verletzten.

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Abtransport eines Verletzten in UrenaREUTERS/Andres Martinez Casares

Maduro hatte seine Truppen angewiesen, die Grenzblockade aufrechtzuhalten. Von kolumbianischen Quellen hieß es, der Konvoi solle in Kolubien entladen und die Hilfsgüter per Menschenkette ins Nachbarland gebracht werden. Drei Lkw gerieten in Brand.

Die Treue des venezolanischen Militärs zu Maduro scheint nicht bedingungslos. Mindestens fünf Soldaten setzten sich im Laufe des Samstags nach Kolumbien ab, um nach eigenen Angaben Maduros Herausforderer Juan Guaidó zu unterstützen.

Dem selbst ernannten Interimspräsidenten unterstellt Maduro, mit der großangelegten Hilfsaktion eine militärische Intervention und den Sturz der Regierung einzuleiten. Guaidó erklärte via Twitter, ein Lastwagen mit Hilfsgütern habe von Brasilien aus bereits die Grenze passiert. Eine unabhängige Bestätigung gab es dafür zunächst nicht. Der Oppositionsführer rief die venezolanischen Sicherheitskräfte auf, sich "auf die Seite der Verfassung" zu stellen und die Hilfsgüter durchzulassen. Bei Krawallen sollen zwei Venezolaner nahe der brasilianischen Grenze in der Ortschaft Santa Elena de Uairen ums Leben gekommen sein.

"Marsch zur Verteidigung der Revolution"

Maduro versammelte seine Anhänger in der Hauptstadt Caracas zu einem Marsch zur Verteidigung der Revolution. "Hände weg von Venezuela" skandierten tausende Unterstützer des Präsidenten. Der Präsident beendete wohl als Reaktion auf den Zwischenfall an der Grenze formell die Beziehungen zu Kolumbien.

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Maduro mit Anhängern in CaracasREUTERS/Manaure Quintero

Alle kolumbianischen Diplomaten sollen binnen 24 Stunden das Land verlassen. Seinen Rivalen Guaidó bezeichnete Maduro auf der Massenkundgebung als "Clown, Hampelmann, Marionette des US-Imperialismus".

Maduro erklärte sich zum Sieger im Hilfsgüter-Konflikt: "Der Staatsstreich ist gescheitert". In Venezuela herrscht seit Langem ein Notstand in der Lebensmittel- und Medikamentenversorgung.

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