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Maduro lässt dringend benötigte Hilfsgüter nicht ins Land

Maduro lässt dringend benötigte Hilfsgüter nicht ins Land
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REUTERS/Marco Bello
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Die ersten Ladungen mit Hilfsgütern für Venezuela sind in der kolumbianischen Grenzstadt Cucuta eingetroffen. Zehn Lastwagen mit rund 100 Tonnen Lebensmitteln, Medizin sowie Hygieneartikeln stehen in einem Lager nahe der Tienditas-Brücke bereit.

Allerdings wird die Brücke nach Venezuela auf Geheiß von Präsident Nicolás Maduro noch immer von Soldaten blockiert.

"Meine Mutter ist vor etwa 15 Tagen gestorben. Die Ärzte konnten sie nicht operieren. Wir mussten uns selbst um alles kümmern. Sogar eine Beerdigung hier ist nicht möglich, dafür muss man Geld haben und die Särge sind teuer. Es gibt nicht genug Geld, um die Toten zu begraben", erzählte die Venezolanerin Andreina Sanchez.

Venezuela ist gezeichnet von einer schweren Wirtschaftskrise

Lebensmittel und Medikamente sind knapp in dem Land, das von der Wirtschaftskrise und dem Machtkampf zwischen Präsident Maduro und dem selbst ernannten Interimsstaatschef Juan Guaidó gebeutelt ist.

Maduro weigert sich weiterhin, internationale Hilfe anzunehmen. Er unterstellt seinen Kritikern unlautere Absichten.

"Weil sie unsere Ölressourcen, unsere Mineralien und anderen großen Reichtümer wollen, treiben sie eine internationale Koalition unter der Leitung der imperialistischen Regierung der Vereinigten Staaten voran. Sie wollen Venezuela militärisch angreifen - unter dem Vorwand einer humanitären Krise, die es nicht gibt", sagte Maduro in einer Ansprache.

Als Grund für den Mangel im Land nannte Maduro Sanktionen, die dazu geführt hätten, dass Venezuela nicht genug Güter importieren konnte. Auf Twitter schrieb er, dass Venezuela ein Land mit unterstützenden, edlen, fleißigen Menschen sei, die in der Lage wären, mit eigenen Kräften voranzukommen. Es werde niemanden geben, der das verbergen könne - auch keine laut eigenen Aussagen "gefälschte Nachrichten".

Venezolaner fliehen vor der Armut

Allerdings sind bereits rund drei Millionen Venezolaner vor dem Elend in ihrer Heimat ins Ausland geflohen. Viele Menschen hungern.

Es liegt nun an Parlamentspräsident Guaidó eine Lösung zu finden, damit die humanitäre Hilfe der US-Entwicklungsbehörde USAID ihren Weg ins Land findet.

Weitere Lieferungen sollen im ebenfalls benachbarten Brasilien sowie auf einer Karibikinsel - laut Medienberichten ist es Puerto Rico - zum Transport in das südamerikanische Krisenland bereitgestellt werden.