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Pendarovski gewinnt Präsidentschaftswahl

Pendarovski gewinnt Präsidentschaftswahl
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REUTERS/Ognen Teofilovski
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Der Sozialdemokrat Stevo Pendarovski hat die Präsidentschaftswahl in Nordmazedonien gewonnen. Nach Auszählung von 91 Prozent der abgegebenen Wahlzettel kam der 56-jährige auf 52 Prozent der Stimmen. Das teilte die staatliche Wahlkommission am Abend nach der Stichwahl mit.

Die von der Oppositionspartei VMRO-DPMNE unterstützte Universitätsprofessorin Gordana Siljanovska-Davkova erhielt 44 Prozent der Stimmen. Etwa vier Prozent waren ungültig.

Im Vorfeld war befürchtet worden, dass die vorgeschriebenen 40 Prozent Wahlbeteiligung nicht erreicht werden, dann hätte der Vorgang wiederholt werden müssen. Eine halbe Stunde vor Schließung der Wahllokale gab die Wahlkommission jedoch Entwarnung: Bis dahin hatten 44,5 Prozent der Nordmazedonier gewählt.

Albaner verhelfen Pendarovski zum Sieg

Pendarovski hatte schon die erste Runde der Wahl für sich entschieden - jedoch nur mit einem knappen Vorsprung von 4000 Stimmen. Entscheidend für seinen deutlicheren Sieg in der Stichwahl dürfte das Votum eines Teils der Albaner gewesen sein, die rund 25 Prozent der Bevölkerung des Landes ausmachen. In der ersten Runde hatte der von zwei kleinen Albaner-Parteien unterstützte Blerim Reka elf Prozent der Stimmen auf sich vereint.

In der Stichwahl hatte ein Großteil dieser Wähler - den Ergebnissen der albanisch bewohnten Wahlkreise zufolge - für Pendarovski gestimmt. Seine Gegnerin Siljanovska-Davkova konnte hingegen in diesen Wahlkreisen keine Stimmen dazugewinnen.

Streit um Namensänderung

Im Februar hatte sich das Land von Mazedonien in Nordmazedonien umbenannt. Dafür verantwortlich war vor allem die Regierung des sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Zoran Zaev. Innenpolitisch war dieser Schritt sehr umstritten.

Griechenland hatte seit der Unabhängigkeit Mazedoniens vor 27 Jahren auf einer Namensänderung bestanden. Im Norden Griechenlands trägt eine Region ebenso den Namen Mazedonien, weswegen befürchtet wurde, dass das jetzige Nordmazedonien Gebietsansprüche stellen könnte.

Zaev und sein griechischer Kollege, der Sozialist Alexis Tsipras, hatten ihr ganzes politisches Gewicht in die Waagschale geworfen, um die Einigung gegen massive Widerstände in ihren jeweiligen Ländern durchzusetzen.

Die Umbenennung führte zu Politikverdrossenheit in Nordmazedonien. Die geringe Beteiligung an der Präsidentschaftswahl war erwartet worden.

Die Wahl galt auch als Testwahl für die Zaevs Regierung.

Nordmazedonien auf dem Weg zur Nato-Mitgliedschaft

Als EU- und Nato-Mitglied konnte Griechenland mit seinem Veto zudem jede Annäherung Mazedoniens an die westlichen Bündnisse blockieren. Inzwischen ist der Beitritt Nordmazedoniens zur Nato eingeleitet worden.

Siljanovska-Davkova hatte im Wahlkampf die Umbenennung scharf kritisiert, zugleich aber erklärt, die zugrundeliegenden internationalen Abkommen respektieren zu wollen. Für ihre Ablehnung führen die Nationalisten an, dass das mazedonische Volk in seiner nationalen Identität beeinträchtigt würde. Pendarovski hatte im Wahlkampf angekündigt, den von Nordmazedonien eingeschlagenen Weg in Richtung EU- und Nato-Integration fortsetzen zu wollen.