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Cannes: Labaki wird Jury-Vorsitzende für "Un Certain Regard"

Regisseurin und Schauspielerin Nadine Labaki
Regisseurin und Schauspielerin Nadine Labaki
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Die libanesische Filmemacherin und Schauspielerin Nadine Labaki übernimmt den Jury-Vorsitz in Cannes für die Kategorie "Un Certain Regard".

Hier wird jungen Talenten mit innovativen und mutigen Beiträgen eine Bühne geboten. Labaki und ihre Co-Juroren werden die Gewinner am 24. Mai bekanntgeben.

Labaki: "Das ist eine riesige Verantwortung"

Noch im vergangenen Jahr gewann ihr Film "Capernaum" an der Croisette den Jury-Preis im internationalen Wettbewerb. Im Rennen um den Oscar und die Golden Globes war sie mit dem Drama die erste Frau aus dem arabisch-sprachigen Raum, die in der Kategorie "Bester fremdsprachiger Film" nominiert wurde.

Labakis Filmkarriere startete 2007 in Cannes, als ihr erster Spielfilm "Caramel" ebendort Premiere feierte.

Ihre persönliche Verbindung zu dem Festival lässt sie voller Ehrfurcht in die Fußstapfen von Schauspieler Benicio del Toro treten, der den Jury-Vorsitz im vergangenen Jahr innehatte:

"Für mich ist das natürlich eine riesige Verantwortung. Ich werde über Kino diskutieren mit Menschen, die schon so lange im Geschäft und die Profis sind... Es ist eine riesige Verantwortung, aber ich denke, ich werde das machen wie ich normalerweise alles tue: mit Herz und Instinkt.

Man sollte immer offen gegenüber der Perspektive des Filmemachers sein, seiner Kultur, seiner Herkunft, der Welt, aus der er stammt, der Welt, auf die er hinweist. Ich bin nicht hier, um zu bewerten. Ich mag das Wort Bewerten nicht."

Labaki: "Jeder Film aus dem arabischen Raum ist ein Statement"

Labakis zweiter Film "Where Do We Go Now?" (deutscher Titel: "Wer weiß, wohin?") debütierte 2011 ebenfalls in Cannes und machte das libanesische Kino bekannter. Auf die Frage, wie sich das Kino aus dem arabischen Raum schlägt, ist die 45-Jährige positiv gestimmt:

"Ich habe große Hoffnung für das arabische Kino im Allgemeinen. Ich glaube wirklich an diese Stimme, ich glaube wirklich, dass jeder Filmemacher aus dieser Region etwas zu sagen hat. Jeder Film aus dieser Region ist ein Statement für sich, weil es sehr schwer ist, in unserem Teil der Welt einen Film zu machen. Die politische Situation ist wirklich, wirklich kompliziert und auch die wirtschaftliche Lage.

Für mich sind Künstler wie Schwämme: Wir nehmen einfach auf, was um uns herum ist und manchmal drücken wir unsere Wut oder unsere Sichtweise durch das Kino aus. Und ich glaube wirklich an die Kraft des Kinos und die Kraft eines Films und den Effekt, den ein Film haben kann. Kino ist ein Weg, um Dinge zu ändern. Deshalb bin ich voller Hoffnung für die Zukunft des Kinos in unserem Teil der Welt."