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Mysteriöser Fall Lübcke: Verdächtiger wieder entlassen

Mysteriöser Fall Lübcke: Verdächtiger wieder entlassen
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REUTERS/Ralph Orlowski
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Nach dem Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) hat die Polizei den jüngeren Mann, der am Samstag in Gewahrsam genommen worden war, an diesem Sonntag wieder entlassen. Offenbar gibt es weiterhin Verdachtsmomente, doch bisher konnten die Ermittler anscheinend nichts konkret nachweisen.

Es handele es sich um einen jüngeren Mann, der in privater Beziehung zu dem 65-jährigen CDU-Politiker gestanden haben soll, berichtete die FAZ unter Berufung auf Ermittlerkreise. Dort heiße es, man sei sich sicher, den Täter identifiziert zu haben. Auf die Spur des Mannes sei die Polizei durch die umfangreiche Auswertung privater Daten des Getöteten gekommen. Dazu habe dem Vernehmen nach auch die Auswertung seines Mobiltelefons gehört.

"Wir haben die Person bei uns und wollen Informationen gewinnen", sagte der Sprecher der Polizei der Deutschen Presse-Agentur. Sie könne noch nicht als verdächtigt bezeichnet werden. Sie sei am Samstagnachmittag in Gewahrsam genommen worden. Den Ort wollte der Sprecher nicht nennen. Wann weitere Informationen bekanntgegeben werden, sei noch unklar.

Lübcke war in der Nacht zum Sonntag, den 2. Juni 2019, gegen 0.30 Uhr auf der Terrasse seines Wohnhauses in Wolfhagen-Istha bei Kassel mit einer Schussverletzung am Kopf entdeckt worden. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Der Schuss war den Ermittlungen zufolge aus nächster Nähe abgegeben worden. In der Tatnacht hatte nur wenige Meter entfernt vom Haus des CDU-Politikers eine Kirmes stattgefunden. Deswegen war es für die Ermittler zunächst schwierig, über Handydaten auf die Spur der Personen zu kommen, die sich in dem kleinen Ort aufgehalten hatten.

Nach einem Zeugenaufruf in der ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY... ungelöst» waren 80 Hinweise eingegangen - unter anderem Fotos und Videos von der Kirmes. Eine heiße Spur hatte sich aber zunächst nicht ergeben.

Da Walter Lübcke auch gegenüber Kritikern für die Aufnahme von Flüchtlingen eingetreten war, wurde zu Beginn der Ermittlungen ein fremdenfeindliches Motiv nicht ausgeschlossen.

Die Trauerfeier für den Regierungspräsidenten sollte am 13. Juni (16.00 Uhr) in Kassel stattfinden.