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Präsident Tokajew verspricht Freilassung von über 600 Demonstranten

Präsident Tokajew verspricht Freilassung von über 600 Demonstranten
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REUTERS/Mukhtar Kholdorbekov
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In Kasachstan sind bei den Protesten gegen die Amtseinführung von Präsident Kassaym-Schomart Tokajew insgesamt 670 Menschen festgenommen worden und damit deutlich mehr als zunächst angenommen .

Der Großteil von ihnen ist laut Staatsanwaltschaft wieder auf freiem Fuß. 180 Demonstranten seien noch in Haft, hieß es an diesem Donnerstag. Tokajew äußerte sich im Interview mit Euronews-Korrespondentin Galina Polonskaya:

"Ich leugne die Probleme nicht"

Tokajew: "Was die Demonstranten betrifft: Sie haben ihre Beschwerden auf die Straße getragen. Wir untersuchen das und im Moment sieht es so aus, als würden die Proteste hauptsächlich soziale Probleme betreffen. Ich leugne nicht, dass es diese Probleme gibt, hauptsächlich weil sie mit der Verarmung der Bevölkerung zusammenhängen. Die Menschen verlangen Lösungen für ihre sozioökonomischen Probleme. Die Behörden haben das wahrgenommen und wir werden daran arbeiten. Es gibt Menschen, die während dieser Proteste kleinere Delikte begangen haben, die der Sicherheit unseres Landes nicht schaden. Sie werden sehr bald freigelassen. Mir wurde gesagt, dass unter den Verhafteten sogar Personen sind, die versehentlich festgehalten wurden. Wir werden uns bei ihnen entschuldigen, was bedeutet, dass sie ziemlich schnell entlassen werden, so dass dieses Problem behoben wird".

Galina Polonskaja: "Und was ist mit denen, die sagen, dass die Wahlen ungerecht waren, was wird mit ihnen geschehen?

Tokajew: "Sie werden natürlich freigelassen, weil es nur ihre Meinung ist. Und meine Meinung ist, dass die Wahlen im Allgemeinen fair waren, das ist alles."

Warnungen im Vorfeld

Galina Polonskaja: "Und werden die Proteste auf den Straßen gestoppt ?"

Tokajew: "Alles, was gegen das Gesetz verstößt, wird offensichtlich gestoppt. Die Generalstaatsanwaltschaft hat viele Male vor der Unrechtmäßîgkeit solcher Straßenversammlungen, unbefugter Versammlungen, Störungen gewarnt - sie sind ein Ärgernis für diejenigen, die sich nicht an diesen Aktionen beteiligen wollen."

Im autoritär regierten Kasachstan ist Tokajew am Sonntag zum Nachfolger von Langzeitpräsident Nursultan Nasarbajew gewählt worden. Der 66-Jährige versprach bei seiner Amtseinführung Reformen. Die Demonstrationen am Mittwoch waren die größten seit Jahren.

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