TV-Duell: Johnson vs. Hunt

Die Kandidaten Boris Johnson (l.) und Jeremy Hunt (r.)
Die Kandidaten Boris Johnson (l.) und Jeremy Hunt (r.) -
Copyright
itv
Schriftgrösse Aa Aa

Es war eine persönliche und lebhafte Begegnung zwischen den beiden Politikern, die zukünftig Großbritannien regieren wollen. Im TV-Duell standen sich die Kandidaten Boris Johnson und Jeremy Hunt gegenüber. Großes Thema: der Brexit.

31. Oktober als Stichtag für Großbritannien?

Der ehemalige britische Außenminister Boris Johnson sieht als Hindernis für einen erfolgreichen EU-Austritt Großbritanniens vor allem Pessimismus: "Ich finde es sehr wichtig, nicht das Scheitern des geplanten EU-Austritts am 31. Oktober an die Wand zu malen. Ich will der EU nicht die Aussicht geben, dass sie meinen Rücktritt mit der Weigerung zu einem Abkommen befördern könnten."

"Ich wollte über den 31. Oktober nicht als in Stein gemeißelte Frist reden, weil ich glaube, es besteht das Risiko einer Wahl und weil das Parlament einen 'No Deal' schon vom Tisch genommen hat", erklärt Jeremy Hunt, amtierender britischer Außenminister.

Hunt zur Botschafter-Affäre: "Es ist unsere Entscheidung"

Beide Kandidaten wurden gefragt, ob sie es verurteilen, wie US-Präsident Donald Trump in der Affäre um veröffentlichte interne Berichte des britischen Botschafters auf Twitter reagiert.

Hunt stellt sich klar hinter seinen Diplomaten: "Wer unser Botschafter ist, bestimmen die britische Regierung und der britische Premierminister. Ich habe deutlich gemacht: Wenn ich Ihr nächster Premierminister bin, bleibt der Botschafter in Washington, denn es ist unsere Entscheidung."

Johnson bleibt bei dieser Frage nicht greifbar und kritisiert eher, dass die Informationen überhaupt an die Öffentlichkeit gelangen konnten: "Ich finde es absolut unerlässlich, dass die Ratschläge, die Beamte den Ministern geben, nicht von Ministern geleakt werden sollten und auch nicht kommentiert, wenn Beamte weiterhin Ratschläge mit der Unbefangenheit geben sollen, die sie wollen."

Die Mitglieder der Konservativen Partei (Tories) entscheiden in diesen Tagen per Briefwahl, wer ihr nächster Vorsitzender und damit Nachfolger von Premierministerin Theresa May wird. Johnson gilt als Favorit. Experten gehen davon aus, dass das TV-Duell nichts am Ausgang der Wahl ändern wird.