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Nach Tod von Vincent Lambert: Familie weiter zerstritten

Nach Tod von Vincent Lambert: Familie weiter zerstritten
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REUTERS/Charles Platiau
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In Frankreich zeigt sich die Familie Vincent Lamberts nach dem Tod des Wachkomapatienten so zerrissen wie zuvor. Ihr Sohn sei durch Staatsräson und von einem Arzt getötet worden, der dem hippokratischen Eid abgeschworen habe, so die Eltern des 42-Jährigen.

Lamberts Neffe, der sich zusammen mit dessen Frau dafür eingesetzt hatte, dass dieser sterben konnte, verteidigte die Entscheidung, dass die Behandlung des Komapatienten gestoppt wurde: "Wir haben Jahre darauf gewartet, wir sind seit Jahren darauf vorbereitet", so François Lambert. "Endlich hat am Ende die Vernunft gewonnen. Vincent war in einem vegetativen Zustand. Er hätte so nicht leben wollen. Aus Respekt vor ihm musste es aufhören, dass er in diesem Zustand am Leben gehalten wird. Jetzt konnte er auf die bestmögliche Art und Weise gehen. Ich hoffe, dass er in Frieden ruht."

Lamberts streng katholische Eltern hatten mehrfach vergeblich versucht, den Behandlungsstopp gerichtlich zu verhindern. Sie klagten sich durch alle Instanzen, unter anderem bis vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Das juristische Tauziehen dauerte sechs Jahre, der Schaden sei nicht wieder gut zu machen, so François Lambert: "Der Bruch ist definitiv." Aber der Kampf um Vincents Tod oder den Behandlungsstopp habe nie das Ziel gehabt, die Familie wieder zu einen. Es sei einzig und allein darum gegangen, Vincent zu respektieren.

Der Fall spaltete auch Frankreich - die Gegner des Behandlungsstopps hatten sich immer wieder zu Mahnwachen vor dem Krankenhaus in Reims versammelt. Lambert lag nach einem Verkehrsunfall fast elf Jahre in einer Art Wachkoma. Seine Behandlung war vor neun Tagen eingestellt worden.