Euronews kann nicht mehr über Internet Explorer abgerufen werden. Der Browser wird von Microsoft nicht aktualisiert und unterstützt die neuesten technischen Entwicklungen nicht. Wir empfehlen Ihnen, einen anderen Browser wie Edge, Safari, Google Chrome oder Mozilla Firefox zu benutzen.
Eilmeldung

600 Meter hinter Waterloo-Front: Rätsel um rostige Kanonenkugel

600 Meter hinter Waterloo-Front: Rätsel um rostige Kanonenkugel
Euronews logo
Schriftgrösse Aa Aa

Archäologen der Universität Glasgow ist möglicherweise ein sensationeller Fund auf dem Schlachtfeld von Waterloo in Belgien gelungen. Im Jahr 1815 besiegten Briten und Preußen, Belgier und Niederländer mit vereinten Kräften den französischen Eroberer Napoleon Bonaparte. Doch eine drei Kilogramm schwere Kanonenkugel belegt, dass alles auch ganz anders hätte kommen können...

Die Ausgräber fanden die rostige Franzosen-Kugel 600 Meter hinter den Linien der britisch-preußischen Alliierten, in der Nähe eines Feldlazaretts. Die Schlacht von Waterloo stand offenbar auf Messers Schneide, interpretiert Ausgrabungsleiter Tony Pollard den Kugelfund.

Rostkugel gibt Rätsel auf

Fast hätte Napoleon doch noch die Oberhand gewinnen können, scheint es, weshalb Pollard die eher unscheinbar wirkende Rostkugel als "erstaunliche Entdeckung" bezeichnet. Auch etliche Musketenkugeln entdeckten die Archäologen in dem Bereich, was auf heftige Kämpfe schließen lässt. Hätte Napoleon bei Waterloo gewonnen, Europas Geschichte wäre ganz anders verlaufen.

"Das ist der Punkt, an dem Napoleon kurz davor stand, die Schlacht zu gewinnen", so Pollard. Eigentlich hatten sich die Schlachtfeldforscher aus Glasgow ein etwas abseits liegendes Feldlazarett vorgenommen und waren dort auf zahlreiche Knochenfunde gestoßen - vermutlich wurden in dem Lazarett Amputationen vorgenommen.

Unzählige Amputationen

Schätzungsweise wurden 6000 Soldaten in dem Feldlazarett behandelt, rechnet Pollard die Knochenfunde und andere historische Indizien um in Lazarett-Patienten. Im Zuge der Grabungen rund um die Behandlungsstätte, weit hinter der bislang angenommenen Frontlinie, stießen die Archäologen dann auf die Kanonenkugel aus dem Lager Napoleons.

Neues Bild der Schlacht von Waterloo

Zusammen mit der Vielzahl der Musketenkugel- und Knochenfunde ergibt das in den Augen der Glasgower Gräber ein neues Bild der historischen Schlacht von Waterloo. Das Schlachtgeschehen hätte sich in der Nähe des Feldlazaretts beinahe zugunsten des Franzosenkaisers gedreht.

Doch schließlich nahm die Geschichte ihren Lauf, so wie sie heute in den Schulbüchern zu lesen ist. Zehntausende Soldaten und Söldner verloren ihr Leben auf dem Schlachtfeld von Waterloo, Bonaparte wurde niedergekämpft und dankte wenige Tage später ab. Endstation: Exil auf Sankt Helena, wo Napoleon 1821 verstarb.