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Wachstum, Inflation, Arbeitslose - von allem etwas weniger im Euroraum

Wachstum, Inflation, Arbeitslose - von allem etwas weniger im Euroraum
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Das Wirtschaftswachstum in der Eurozone hat sich im zweiten Quartal halbiert – schuld daran sind schwächere Weltkonjunktur, Handelskonflikte und nahender „Brexit“. Das Statistikamt Eurostat in einer Schnellschätzung:

Das Bruttoinlandsprodukt BIP stieg von April bis Juni gegenüber dem Vorquartal um 0,2 Prozent, nach 0,4 Prozent in den drei Monaten zuvor. Die Zahlen der EU28: 0,2 Prozent nach 0,5 Prozent.

Daten für Deutschland werden erst Mitte August vorgelegt. Das Berliner DIW-Institut erwartet “kaum mehr als eine Stagnation”.

Im Jahresvergleich wuchs das BIP in der Eurozone 1,1%, nach 1,2% im Zeitraum Januar bis März. Und es geht so weiter: Für das Gesamtjahr rechnet die EU-Kommission mit plus 1,2 Prozent in der Euro-Zone, 2020 sollen es 1,5 Prozent werden.

JOBS

Trotz der Konjunkturabkühlung läuft es am Jobmarkt in der Währungsunion aber noch rund. Im Juni fiel die Arbeitslosenquote auf den tiefsten Wert seit elf Jahren. Der um jahreszeitliche Schwankungen bereinigte Wert lag bei 7,5 Prozent. Demnach waren knapp 12,4 Millionen Menschen im Euroraum als Jobsucher registriert - 45.000 weniger als im Vormonat und 1,032 Millionen weniger als vor einem Jahr.

Sorgen macht man sich in Brüssel vor allem um die Jugendlichen.

Christian Spahr, Sprecher der Europäischen Kommission:

"Die Jugendarbeitslosigkeit steht für uns im Mittelpunkt - fast jeder siebte arbeitsfähige junge Mensch ist auf Jobsuche, kann jedoch keine Arbeit finden. Die Schaffung von Arbeitsplätzen für Jugendliche ist von enormer Bedeutung."

PREISE

Und die Preise? Entfernen sich vom Ideal der Europäischen Zentralbank „knapp unter 2 Prozent“ Steigerung - die Euro-Inflationsrate lag im Juli gegenüber dem Vorjahr bei 1,1% nach 1,3% im Juni - so niedrig wie seit 17 Monaten nicht.

Wegen der Konjunktureintrübung und der niedrigen Inflation hatte die Europäische Zentralbank (EZB) eine weitere Lockerung ihrer Geldpolitik signalisiert. EZB-Chef Mario Draghi zufolge werden mehrere Optionen geprüft - von der Wiederaufnahme von Anleihekäufen bis hin zu höheren Strafzinsen für Geld, das Banken bei der EZB parken.

VERFASSUNGSRICHTER HINTERFRAGEN STAATSANLEIHENKÄUFE

Allerdings haben die deutschen Verfassungsrichter in Karlsruhe die billionenschweren Ankäufe von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB) kritisch hinterfragt.

Die Abwägung zwischen Nutzen und schädlichen Nebenwirkungen werde möglicherweise vernachlässigt. Nach Überzeugung des Gerichts gebe es eine Reihe von ganz offensichtlichen Risiken, sagte Gerichtspräsident Andreas Voßkuhle am Mittwoch, am zweiten Tag der mündlichen Verhandlungen zu den EZB-Anleihenkäufen. “Das sind die Verluste auf Sparmärkten, Lebensversicherungen, Altersvorsorge, das ist eine Minderung des Drucks auf die Haushaltskonsolidierung der Staaten.” Verfassungsrichter Peter Huber nannte mehrfach die massive Erhöhung der Immobilienpreise.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte im Dezember die Käufe für rechtens erklärt und damit der EZB einen weitgehenden Freifahrtschein ausgestellt. Die Geschäfte gehörten zur Geldpolitik und seien durch das Mandat der Notenbank gedeckt. Das Bundesverfassungsgericht hatte im Sommer 2017 Bedenken geäußert, ob die Käufe noch in den Kompetenzbereich der Euro-Notenbank fallen und sich mit mehreren Fragen an den EuGH gewendet. Spannend wird nun sein, ob die Karlsruher Richter dem EuGH-Urteil folgen werden. Im Extremfall könnten sie Deutschland beziehungsweise der Bundesbank untersagen, an solchen Anleihenkäufen teilzunehmen. Eine Urteil des Gerichts wird in einigen Monaten erwartet.

su mit Reuters