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Wogen glätten: Macron nach Konflikten zu Besuch in Italien

Giuseppe Conte
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Reuters
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Macron und Italiens neue Regierung wollen Zwist ausräumen

Italien erwartet Besuch. Für heute Abend hat sich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron beim frischgebackenen Regierungschef Giuseppe Conte und bei Präsident Sergio Mattarella angekündigt.

Ein mit Spannung erwartetes Treffen, immerhin lagen beide Seiten in der vergangenen Zeit ziemlich auf Konfrontationskurs, speziell beim Thema Migration.

Der frühere Innenminister Matteo Salvini von der rechtspopulistischen Lega hatte einen restriktiven Kurs gegenüber Migranten eingeschlagen und Frankreich immer wieder Heuchelei vorgeworfen. Aus Paris hieß es wiederum, Salvini sei zynisch und verantwortungslos.

Die Wogen will man jetzt mit der neuen Mitte-Links-Regierung Italiens glätten. Bei der Migration scheint sich auch etwas zu bewegen, immerhin gibt es aus Frankreich und Deutschland Zeichen zur Abnahme von mehr Migranten.

Weiteres Thema: libysches Öl und Wirtschaftsbeziehungen

Weiteres Thema des Treffens: das libysche Öl. Auf dem El-Sharara-Feld ist unter anderem der französische Energiekonzern Total an der Förderung beteiligt. Die italienische ENI wiederum bohrt auf dem Elephant-Field nach Öl.

Und in beiden Fällen geht es darum, wie die Felder in dem Bürgerkriegsland gesichert werden können. Außerdem geht es auch um die Wirtschaftsbeziehungen beider Länder.

In Italien sind rund 1900 Unternehmen in französischer Hand. 250.000 Menschen haben hier einen Arbeitsplatz.

Beide Seiten sind sauer

Auch über den umstrittenen Einstieg des italienischen Schiffbauers Fincantieri beim französischen Konkurrenten STX dürfte zu reden sein. Macron hatte eine Untersuchung der Aktion gefordert, er argumentierte, die Übernahme von 50 % an den Franzosen gefährde den Schiffbau in Europa.

Italien war Macrons Ansinnen sauer aufgestoßen. Frankreich wiederum war sauer über eine Reise von Fünf-Sterne-Anführer und Ex-Vizeregierungschef Luigi di Maio nach Frankreich.

Statt Regierungsvertreter zu treffen, kam di Maio in Paris mit den regierungskritischen Gelbwesten zusammen. Es gibt also einiges an Wogen, die beide Seiten jetzt glätten können.

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