Eilmeldung

Wahl in Tunesien: Ennahada und 'Herz Tunesiens" erklären sich beide zum Wahlsieger

Wahl in Tunesien: Ennahada und 'Herz Tunesiens" erklären sich beide zum Wahlsieger
Schriftgrösse Aa Aa

Der tunesische Präsidentschaftskandidat Nabil Karoui, der derzeit wegen Steuerhinterziehung in Untersuchungshaft sitzt, hat erklärt, dass seine Partei "Herz Tunesiens" bei den Parlamentswahlen an diesem Sonntag die meisten Stimmen bekommen hat.

Woher die Information stammt, war zunächst unklar. Karouis Erklärung lag der Nachrichtenagentur Reuters vor, sie war gut eine halbe Stunde nach dem Schließen der Wahllokale eingegangen.

Wenig später erklärte sich auch Tunesiens moderat islamistische Partei "Ennahada" von Parteichef Rached Ghannouchi zum Gewinner der Parlamentswahlen. Das erklärte ein Sprecher der Partei unter Berufung auf vorläufige Wahlergebnisse.

Das staatliche Fernsehen zeigte eine Umfrage, wonach die Ennahda mit 17,5% der Stimmen leicht vor der Partei "Herz Tunesiens" mit 15,6% liegt.

Wie schon bei den Präsidentschaftswahlen im vergangenen Monat zeichnet sich bei den Parlamentswahlen eine geringe Wahlbeteiligung ab. Die Auszählung der Stimmen aus ganz Tunesien kann bis zu zwei Tage dauern.

Die Partei mit den meisten Sitzen im Parlament wird nun einen Ministerpräsidenten ernennen können. Dieser hat dann zwei Monate Zeit, um eine Regierung zu bilden.

Der Fernsehmogul Nabil Karoui war im August wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung und Geldwäsche festgenommen worden. Er bestreitet die Vorwürfe. Im ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahlen war er in die Stichwahl gekommen - muss aber vorerst weiter in Haft bleiben, wie ein Gericht am 1. Oktober entschied. In der Stichwahl am 13. Oktober wird er gegen den pensionierten Rechtsprofessor Kais Said antreten, sollte er nicht vorher verurteilt werden. Dies gilt allerdings als unwahrscheinlich.

Euronews kann nicht mehr über Internet Explorer abgerufen werden. Der Browser wird von Microsoft nicht aktualisiert und unterstützt die neuesten technischen Entwicklungen nicht. Wir empfehlen Ihnen, einen anderen Browser wie Edge, Safari, Google Chrome oder Mozilla Firefox zu benutzen.