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Handke über Frage zu Stanišić-Kritik: "Verschwinden Sie sofort, bitte!"

Handke über Frage zu Stanišić-Kritik: "Verschwinden Sie sofort, bitte!"
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"Ich bin nicht hier für diesen Scheiß, um auf diesen Scheißdreck zu antworten. Und jetzt verschwinden Sie sofort, bitte!" Harrsche Worte eines Mannes, der sich sichtlich in die Ecke gedrängt fühlt.

Literaturnobelpreisträger Peter Handke hat bei einem Besuch in seiner österreichischen Heimatgemeinde Griffen aufgebracht auf Fragen zur Kritik des Buchpreis-Trägers Saša Stanišić reagiert.

Der gebürtige Bosnier hatte den 76-Jährigen Handke wegen dessen proserbischer Haltung am Montagabend bei der Verleihung des Deutschen Buchpreises scharf kritisiert. Handke hatte am Dienstagabend in Griffen Gemeindevertreter und den Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser getroffen.

Bei dieser Gelegenheit von einer ORF-Journalistin angesprochen, reagierte Handke unwirsch.

"Ich steh vor meinem Gartentor und da sind 50 Journalisten - und alle fragen nur wie Sie, und von keinem Menschen, der zu mir kommt, höre ich, dass er sagt, dass er irgendetwas von mir gelesen hat, dass er weiß, was ich geschrieben hab, es sind nur die Fragen: Wie reagiert die Welt, Reaktion auf Reaktion."

"Ich bin ein Schriftsteller, komme von Tolstoi, ich komme von Homer, ich komme von Cervantes, lasst mich in Frieden und stellt mir nicht solche Fragen."
Peter Handke
Literaturnobelpreisträger 2019

Laut ORF sagte Handke außerdem, er werde nie wieder Journalistenfragen beantworten. Ein für Mittwoch angesetzter Medientermin wurde danach auf Handkes Wunsch von der Gemeinde abgesagt, wie ein Sprecher sagte.

"Ich hatte das Glück, dem zu entkommen, was Peter Handke in seinen Texten nicht beschreibt", hatte Saša Stanišić am Montag bei seiner Dankesrede in Frankfurt gesagt.

Handkes Kritiker haben ihm seine Haltung im Balkan-Konflikt nicht verziehen. Handke stand auf der Seite Serbiens, verurteilte die Nato für ihre Luftschläge und hielt 2006 bei der Beerdigung des jugoslawischen Ex-Diktators Slobodan Milosevic eine Rede. Die Verleihung des Nobelpreises für 2019 an ihn am vergangenen Donnerstag stieß weltweit auf ein geteiltes Echo.

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