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Die Abrechnung mit AKK: "tölpelhaftes Vorgehen" und "Egoshow"

Die Abrechnung mit AKK: "tölpelhaftes Vorgehen" und "Egoshow"
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Unter Beschuss: die deutsche Verteidigungsministerin Annegret Kramp Karrenbauer ist mit ihrem umstrittenen Syrien-Vorstoß beim NATO-Treffen in Brüssel. Generalsekretär Jens Stoltenberg zeigte sich zurückhaltend. Er begrüße es, wenn Bündnispartner Vorschläge einreichten, sagte er vorab.

AKKs Plan sieht die Einrichtung einer UN-Sicherheitszone im Grenzgebiet zur Türkei vor - und damit die Beteiligung der Bundeswehr in einem Kriegsgebiet.

Kramp-Karrenbauer erntete auch heftige Kritik dafür, dass sie erklärte, die Türkei habe syrische Gebiete "völkerrechtswidrig annektiert".

Harsche Kritik

Vorschnell, nicht abgesprochen - die Reaktionen auf ihren Alleingang fielen überwiegend negativ aus, ob im europäischen Ausland und oder in Deutschland selbst.

Vom Koalitionspartner SPD hagelte es Kritik. Außenminister Heiko Maas, der von ihr nur kurz und knapp per SMS informiert worden war, sprach von einer SOS-Politik.

Deutsche Journalisten unterstellen AKK, sich mit dem medienwirksamen Alleingang die Chancen auf die Kanzlerschaft bewahren zu wollen.

"Kein politisches Gespür, tölpelhaft im Vorgehen", attestiert ihr die Süddeutsche Zeitung. Von einer Ego-Show spricht die NZZ - denn weite Teile der Regierung waren nicht informiert.

Noch keine 100 Tage im Amt werden schwere Geschosse gegen die Verteidigungsministerin aufgefahren - oder wohl eher: gegen die Anwärterin auf das Kanzleramt.

Aus Frankreich hieß es ebenfalls, AKKs Vorstoß sei vor allem innenpolitisch motiviert.

In den eigenen Reihen

Überraschende Unterstützung kam von Friedrich Merz, ihrem früheren Gegner im Rennen um den CDU-Parteivorsitz. Der FAZ sagte er, es sei wichtig, dass Deutschland sicherheitspolitisch Verantwortung übernehme.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel lobte AKKs Pläne. Wann sie von ihr informiert wurde - ob vor oder nach dem Vorstoß - blieb unklar.

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