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Forum in Brüssel will afrikanische Frauen stärken und unterstützen

Forum in Brüssel will afrikanische Frauen stärken und unterstützen
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Afrikanische Frauen zu unterstützen, sich im Bereich Landwirtschaft selbstständig zu machen, trägt zu einer gerechteren Zukunft bei. Das war ein Hauptthema beim African Women's Forum in Brüssel. Thema dieser Folge von Focus.

Afrikanisches Frauenforum

Brüssel - Sitz des Europäischen Parlaments, mittelalterliche Gebäude, die zum Weltkulturerbe gehören und der diesjährige Austragungsort des African Women's Forum.

"Die Veranstaltung bringt Regierungschefs, politische Entscheidungsträger, Geschäftsleute und NGOs zusammen", so euronews-Reporterin Naomi Lloyd. "Man tauscht Ideen aus und arbeitet gemeinsam daran, einen echten Wandel für Frauen auf dem afrikanischen Kontinent zu schaffen."

Organisiert wird das Treffen vom Schweizer Crans Montana Forum, das vor mehr als 30 Jahren gegründet wurde. Ein Schwerpunkt der diesjährigen Veranstaltung ist die Stärkung von afrikanischen Frauen in der Landwirtschaft:

"Wir ermutigen Frauen, die Landwirtschaft nicht nur zur Selbstversorgung zu nutzen, sondern ein Unternehmen daraus zu entwickeln", sagt Josefa Leonel Correia Sacko, Kommissarin für ländliche Wirtschaft und Landwirtschaft der Afrikanischen Union. "Wir wollen ein Paradigmenwechsel und Frauen ermöglichen, die Landwirtschaft zu modernisieren, damit sie die Produktivität - und auch das Einkommen der Haushalte - steigern können."

Die meisten Arbeitsplätze in Afrika gibt es in der Landwirtschaft. Frauen übernehmen zwar 80 Prozent der Nahrungsversorgung, aber sie haben lediglich Zugang zu 15 Prozent des Landes.

Innovativer Lösungsansatz: vertikale Landwirtschaft

Eine innovative Lösung, die auf dem Forum diskutiert wird, ist vertikale Landwirtschaft. Die Methode benötigt kaum Boden, 95 Prozent weniger Wasser als in der traditionellen Landwirtschaft verbraucht wird und ist wetterunabhängig.

"Vertikale Landwirtschaft braucht kein Land, sondern Platz. Wenn eine oder zwei Frauen Platz von der Gemeinschaft bekommen, können sie ihre eigene vertikale Landwirtschaft aufbauen", meint Josephine Favre, Präsidentin der afrikanischen Vereinigung für vertikale Landwirtschaft. "Das bedeutet, dass sie selbst und ihre Familie unabhängig werden. Wenn man beispielsweise einer afrikanischen Frau die Möglichkeit gibt, ihre Familie zu ernähren, dann sollte sie den Überschuss dazu nutzen, ein Unternehmen zu gründen. Das ist der richtige Weg."

Nach Schätzungen der Weltbank wird der Bereich Agribusiness in Subsahara-Afrika bis zum Jahr 2030 ein Volumen von 1 Billion US-Dollar erreichen. Mehr als ein Viertel der Frauen im Afrika südlich der Sahara sind bereits Unternehmerinnen - die höchste Rate weltweit. Aber afrikanische Frauen leiden an einer Finanzierungslücke von 20 Milliarden Dollar - was bedeutet, dass sie bei der Expansion ihrer Unternehmen enorm benachteiligt sind.

Afrikanische Diaspora unterstützt Sozialunternehmen in Afrika

Die britische Juristin Grace Camara nutzt die Macht der afrikanischen Diaspora, um das zu bekämpfen. Sie gründete einen Investmentfonds, zu dem Afrikaner, die Geld nach Hause schicken, einen kleinen Prozentsatz beitragen. Das Geld wird dann in Sozialunternehmen in Afrika investiert, von der Landwirtschaft über Technologie bis hin zu Mode.

"Afrikanische Mode ist gerade angesagt, man sieht viel davon auf dem Laufsteg", meint Grace Camar, geschäftsführende Direktorin des RemitFund. "Das bot mir die Gelegenheit, diese Modedesigner dabei zu unterstützen, ihre Produktionsbasis auf den Kontinent zurückzuverlegen. Das könnte möglicherweise zwischen 50 und 100 Arbeitsplätze schaffen. Unser Leitgedanke ist die von der Diaspora getriebene Entwicklung, wir wollen der Diaspora helfen, den Kontinent voranzubringen."

Schlüsselfaktoren: Vernetzung und Stärkung der Beziehungen

Vernetzung und Stärkung der Beziehungen zwischen Frauen aus verschiedenen Ländern ist ein Schlüsselelement des Forums.

"Wenn man afrikanischen Frauen wirklich helfen will, dann darf man das nicht nur vor Ort in Afrika machen - obwohl das wichtig ist", sagt der Präsident des Crans Montana Forums Jean Paul Carteron. "Man muss sie dabei unterstützen, internationale Verbindungen aufzubauen, Menschen zu treffen, Ideen auszutauschen und ihr Netzwerk zu erweitern."

Fazit des Forums: Je mehr afrikanische Frauen wirtschaftlich gestärkt werden, desto mehr werden sie auch im Kampf gegen Hunger, Unterernährung und Ernährungsunsicherheit zu starken Akteuren.

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