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Belgien – Demo: "Sie verlässt ihn, er killt sie"

Belgien – Demo: "Sie verlässt ihn, er killt sie"
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Sie lesen die Namen und das Alter der Frauen vor, die von Männern ermordet wurden: Auch in Belgien hat ein Marsch gegen die Gewalt von Männern gegen Frauen stattgefunden.

Tausende - meist Frauen - forderten in der belgischen Hauptstadt Brüssel ein Umdenken bei den Männern, in der Gesellschaft und bei der Polizei:

Eine Demonstrantin:

"Die Polizei muss diese Frauen ernst nehmen. Wenn sie sagen, dass sie von ihrem Ex bedroht und gestalkt werden, dann müssen die Polizisten ihnen glauben und nicht sie wegschicken."

Die Frauen in Belgien betonen, dass auch die Täter, die schlagenden, prügelnden und zuletzt zum Mörder werdenden Männer, Hilfe brauchen.

Julie Wauters, Organisation Mirabal*:

"Die roten Schuhe, sie stehen für die ermordeten Frauen. In Belgien zählen wir erst seit drei Jahren die Morde an Frauen durch ihre Partner oder Ex-Partner. Mehr als 100 sind es in der Zeit gewesen."

Die Zahlen beruhen auf dem, was Frauenorganisationen zusammengetragen haben. Die Dunkelziffer soll weit höher liegen.

Ein Kommentar:

„Bei Bombenanschlägen in Brüssel im Jahr 2016 kamen 35 Menschen ums Leben. Die Regierung stellte 450 Millionen Euro zur Bekämpfung von Terrorismus und Radikalisierung zur Verfügung. Im vergangenen Jahr gab es 37 Feminizide, im Jahr 2017 40. Trotzdem gab es kein vergleichbares politisches Bekenntnis, was Gewalt gegen Frauen angeht.“

su

*Die drei Schwestern Patria (* 27. Februar 1924), Minerva (* 12. März 1926) und Maria Teresa (* 15. Oktober 1935) Mirabal waren dominikanische Regimegegnerinnen, die am 25. November 1960 Opfer eines Mordanschlags des diktatorischen Regimes von Rafael Trujillo wurden.

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