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Jeden Tag ist 1 von 10 Frauen Opfer von männlicher Gewalt

Jeden Tag ist 1 von 10 Frauen Opfer von männlicher Gewalt
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An jedem x-beliebigen Tag in Spanien ist eine von zehn Frauen Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt. Doch was können die Frauen dagegen tun?

euronews hat mit einer Frau gesprochen, die jahrelang psychisch missbraucht wurde. Sie sagt: "Du kannst entkommen. es ist schwer, aber es ist wie wenn Du sagst: "Ich gehe zwei Mal zum Psychologen und dann ist es vorbei." Nein, es gibt Rückfälle, Du wirst nervös, hast Angstattacken, es gibt Rückschritte, aber nicht zurück auf Null."

"Es ist schwer zu entkommen"

"Du bist so daran gewöhnt, dass man sich erst danach bewusst wird. Und wenn der andere schlecht reagiert, wird es Dir noch mehr bewusst."

Vor drei Jahren ist sie in ein Frauenhaus gezogen. Dabei hatte sie Angst, dass die Situation in Gewalt umschlagen könnte.

"Ich habe immer noch Angst"

"Ich habe immer noch Angst, dass ich ihn zufällig treffe, es ist noch immer hart, aber ich werde keine Angst mehr haben. Wann? Ich weiß es nicht."

In den vergangenen Monaten machte die Gewalt gegen Frauen in Spanien vor allem Schlagzeilen, weil Gerichte Vergewaltigungen nicht als solche verurteilten.

Spanien gilt als Vorbild - seit 2004

In Spanien gibt es lokale und nationale Organisationen, die psychologische und juristische Hilfe anbieten. Das erste Gesetz gegen geschlechtspezifische Gewalt wurde in Spanien 2004 verabschiedet und gilt in vielen anderen Ländern als Vorbild.

Gewalt gegen Frauen wird als soziales Problem erkannt, es gibt Prävention, Bildungsprogramme und soziale Einrichtungen.

Wichtig ist auch die erste medizinische Hilfe.

Dr. Pilar Babi, die auch Gewalt gegen Frauen spezialisiert ist, sagt: "Neben den sichtbaren Spuren der Verletzungen hat die Gewalt gegen Frauen Auswirkungen auf die Gesundheit, die nicht gleich deutlich werden. Man muss nach den wirklichen Wurzeln suchen."

Im vergangenen Jahr wurden in Spanien weniger Frauen von ihren Partnern umgebracht als in den Jahren zuvor. Doch Frauenrechtsgruppen verweisen darauf, dass die Gesetze von 2017 nicht voll umgesetzt sind und dass in vielen Bereichen Gelder fehlen.

Carla Rigol ist Psychologin, sie arbeitet für den Verein Hélia. Sie weiß: "Oft sind die medizinischen Einrichtungen überlastet, denn nach Informationskampagnen stellen viele Frauen fest, dass sie unter Gewalt leiden."

"Ohne Hilfe geht es nicht"

Viele Opfer sind dankbar für die Hilfe.

"Die katalanische Frauenhilfe hat mir nicht geholfen, mich beraten. Sonst wäre ich nicht weg von zu Hause. Ich hätte weiter gelitten wie vorher, für mich war das normal. Dann habe ich darüber gesprochen. Aber ohne Hilfe geht es nicht."

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