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Gasfund vor Ägyptens Küste kommt im Iran-Krieg zur entscheidenden Zeit

ARCHIV - Die Offshore-Ölplattform Bouri des Konzerns Eni vor der libyschen Küste im Mittelmeer, aufgenommen am ersten August zweitausendfünfzehn.
ARCHIV - Die Ölplattform Bouri Offshore des Konzerns Eni vor der libyschen Küste im Mittelmeer, aufgenommen am ersten August 2015. Copyright  Gregorio Borgia/AP
Copyright Gregorio Borgia/AP
Von Una Hajdari mit AFP
Zuerst veröffentlicht am
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Ostmittelmeer: ENI und Ägypten melden großes Gasvorkommen – Chance für Kairo inmitten explodierender Energiepreise wegen des Iran-Kriegs.

Der italienische Energiekonzern ENI und Ägypten melden einen bedeutenden Erdgasfund im östlichen Mittelmeer. Er könnte Kairo und ganz Europa entlasten, denn der Iran-Krieg treibt die Kosten für Energieimporte in die Höhe.

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Ersten Schätzungen zufolge liegen im Temsah-Feld vor der ägyptischen Mittelmeerküste rund 2 Billionen Kubikfuß Erdgas, teilte ENI am Dienstag mit.

Der Fund umfasst nach Angaben des ägyptischen Erdölministeriums außerdem 130 Millionen Barrel Kondensate. Das Projekt ist Teil einer breiteren Strategie, die heimische Förderung zu steigern und die Importrechnung des Landes zu senken.

Die Bohrung Denise W wird nun für Tests vorbereitet. Danach sollen weitere Bohrungen folgen und eine Förderplattform auf See entstehen, bevor das Feld in Betrieb geht.

Denise W 1 ist eine Explorationsbohrung innerhalb der Temsah-Konzession, rund 70 Kilometer vor der Küste in 95 Metern Wassertiefe und weniger als zehn Kilometer von bestehender Infrastruktur entfernt.

ENI betreibt das Feld mit einem Anteil von 50 Prozent gemeinsam mit BP. Der britische Konzern hält die übrigen 50 Prozent über das Gemeinschaftsunternehmen Petrobel.

Iran-Krieg: Ägyptens Energiekosten steigen rasant

Der Zeitpunkt könnte kaum dringlicher sein. Seit der Iran-Krieg eskaliert ist, sind Ägyptens Erdgaslieferungen aus Katar und Israel massiv gestört. Die Regierung in Kairo hat deshalb zahlreiche Energiesparmaßnahmen verhängt, darunter eine nächtliche Schließpflicht für Unternehmen, höhere Spritpreise und gebremste Staatsausgaben.

Ministerpräsident Mostafa Madbouly erklärte im vergangenen Monat, der Konflikt habe Ägyptens monatliche Erdgasimportrechnung nahezu verdreifacht: von 560 Millionen Dollar (rund 515 Millionen Euro) auf 1,65 Milliarden Dollar (etwa 1,52 Milliarden Euro).

Der neue Fund weckt Erinnerungen an Ägyptens letzten großen Offshore-Erfolg.

Im Jahr 2015 schürte das Zohr-Feld die Hoffnung, dass Ägypten energieautark werden und sich zu einem wichtigen Exporteur entwickeln könnte. Es gilt als größter Fund im Mittelmeer und enthält Schätzungen zufolge 30 Billionen Kubikfuß Gas.

Diese Ambitionen sind inzwischen zurückgestutzt. Ägypten setzt nun stärker darauf, sich als regionales Verarbeitungs- und Transitzentrum zu etablieren und seine Verflüssigungsterminals zu nutzen, um Gas aus Nachbarländern wie Zypern weiterzuleiten.

Im vergangenen Monat gab es einen weiteren Fund, diesmal an Land. Ägypten und die Apache Corporation meldeten eine Entdeckung in der Westlichen Wüste, die voraussichtlich 26 Millionen Kubikfuß Gas pro Tag liefern wird.

Ob das Temsah-Vorkommen groß genug ist, um Ägyptens Energiekrise spürbar zu lindern, hängt davon ab, wie rasch die Förderung startet und wie lange der Krieg andauert.

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