Eilmeldung

Nico Semsrott gegen unnötiges Pendeln von Brüssel nach Straßburg

Nico Semsrott gegen unnötiges Pendeln von Brüssel nach Straßburg
Copyright
REUTERS/Vincent Kessler
Euronews logo
Schriftgrösse Aa Aa

Der Europaabgeordnete Nico Semsrott von DER PARTEI kämpft zur Zeit dagegen, dass die EU-Parlamentarier jeden Monat eine Woche nach Straßburg umziehen müssen.

Nico Semsrott erklärt im Gespräch mit euronews, wie er die vielen unnützen Fahrten in Zukunft vermeiden will: "Es gab alle möglichen Versuche des Parlaments, diesen zweiten Sitz abzuschaffen. Das war alles vergeblich. Und dementsprechend musste man einfach nach irgendeiner Gesetzeslücke oder irgendeinem Trick suchen. Und den haben wir eben gefunden - und zwar, dass in dem Vertrag von Amsterdam Straßburg als Sitz festgelegt wurde, aber dort stand nicht die Stadt Straßburg - und das war dann auch die Lösung, ich hab einfach den Plenarsaal in Brüssel in "Straßburg" umbenannt. Deshalb müssen wir eigentlich auch nicht mehr in die Stadt Straßburg fahren."

Und Semsrott schildert auch unter EU-Abgeordneten kaum bekannte Details. Statt mit dem Zug könnten die Europapolitiker auch in einer der Limousinen mitfahren, die jeden Monat von Brüssel nach Straßburg und zurück unterwegs sind. Er selbst hat das vor Kurzem ausprobiert.

Es fahren nämlich auch 120 Autos des Fahrdienstes vom Europäischen Parlaments in den Straßburg-Wochen von Brüssel nach Straßburg.
Nico Semsrott
DIE PARTEI

Wie schon zuvor richtet sich Nico Semsrott vehement gegen den Lobbyismus in Brüssel: "Weil der Lobbyismus in Brüssel ja so funktioniert, dass alle quasi wie in einem Dorf zusammen wohnen und leben. Dementsprechend weiß man gar nicht, was der Unterschied ist zwischen Lobbyismus und Politik."

Und die EU-Hauptstadt ist ein bisschen wie ein gallisches Dorf, und Semsrott sieht sich ein bisschen in der Rolle des Barden.

"Ich weiss gar nicht, was wäre meine Rolle. Bei Asterix und Obelix wäre ich vermutlich dieser Typ, der immer an den Baum gewickelt wird."

Und was ist die Aufgabe eines (Ex-)Kabarettisten in Brüssel?

"Die Aufgabe von Satirikern ist es, Trost zu spenden. Es sind unfassbar viele Wählerinnen und Wähler einfach sehr traurig darüber, wie dieses System funktioniert. Von daher ist es meine Aufgabe für ein bisschen Enlastungslachen und Trost und ein virtuelles in den Arm nehmen zu sorgen."

Euronews kann nicht mehr über Internet Explorer abgerufen werden. Der Browser wird von Microsoft nicht aktualisiert und unterstützt die neuesten technischen Entwicklungen nicht. Wir empfehlen Ihnen, einen anderen Browser wie Edge, Safari, Google Chrome oder Mozilla Firefox zu benutzen.