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Generalstreik legt Paris lahm - Tränengas in Lyon

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Generalstreik legt Paris lahm - Tränengas in Lyon
Copyright  REUTERS/Gonzalo Fuentes
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Generalstreik in Frankreich: Aus Protest gegen eine Rentenreform liegen heute der Bahn- und öffentliche Nahverkehr weitestgehend brach. Zudem wollen Angestellte des öffentlichen Diensts in Krankenhäusern, Schulen und bei der Polizei sowie viele weitere Berufe wie AnwältInnen und ArbeiterInnen in Raffinerien die Arbeit niederlegen.

90 Prozent der Fernreise- und 80 Prozent der Nahverkehrszüge fallen aus. Die zivile Luftfahrtbehörde geht davon aus, dass 20 Prozent der Flüge in Frankreich nicht durchgeführt werden.

Auch die Gelbwesten mischen mit - Angst vor "Schwarzem Block"

Zahlreiche Gewerkschaften hatten zu Arbeitsniederlegungen und Demonstrationen gegen die geplante Rentenreform von Präsident Emmanuel Macron aufgerufen. Vielerorts schlossen sich die sogenannnten Gelbwesten den Protesten an.

Vor allem in Paris kam der öffentliche Nahverkehr praktisch zum Erliegen. Nur die automatisch betriebenen Metro-Linien und vereinzelte Busse sind unterwegs. Die Folge: lange Staus auf Straßen und sogar Fahrradwegen.

Auf nationaler Ebene fuhr im Schnitt maximal einer von zehn TGVs und Regionalzügen. Fernverbindungen in Nachbarländer wie Deutschland wurden nicht bedient.

Pariser Geschäfte entlang von Demonstrationstrecken mussten auf Anordnung der Behörden schließen. Befürchtet wurden Schäden durch gewaltbereite Demonstranten, vor allem des "Schwarzen Blocks". Auch Touristenttraktionen wie der Eiffelturm und viele Museen machten dicht.

Im Schienenverkehr könnten die Behinderungen Medien zufolge noch Tage andauern. Zudem droht Treibstoffknappheit, weil sieben der acht französischen Raffinerien bestreikt werden.

In Lyon setzte die Polizei mittags offenbar Tränengas gegen Demonstranten ein.

Vor Ort am Pariser Gare De Lyon

Die massiven Streiks in Frankreich haben aber nicht nur in Paris, sondern auch in anderen Landesteilen den öffentlichen Verkehr teilweise stark behindert. Bei der Staatsbahn SNCF legten über die Hälfte der Mitarbeiter die Arbeit nieder. Aus Paris berichtet Euronews-Reporter David Chazan:

"Ich stehe außerhalb des Pariser Gare de Lyon, und drinnen und sogar daußen auf dem Vorplatz - im Bahnhof selbst durften wir nicht filmen - sind es sehr gespenstische Szenen im Inneren, da 90 Prozent der Verbindungen abgesagt wurden. Dies ist normalerweise einer der verkehrsreichsten Bahnhöfe von Paris, es wimmelt von Pendlern und Reisenden, und heute ist kaum jemand dort. Dieses Muster ist bei den anderen Bahnhöfen in Paris gleich und mindestens 11 der 16 Metro-Linien der Stadt fahren heute nicht mehr, so dass es kaum Verkehr auf den Straßen gibt, es ist fast wie eine Geisterstadt mit vielen Menschen, die entweder gar nicht arbeiten werden oder versuchen, von zu Hause aus zu arbeiten.

Diejenigen, die heute an ihrem Arbeitsplatz erscheinen mussten, haben heute Morgen zu kämpfen gehabt, weil sie zu Fuß gehen, radfahren oder einen anderen Weg finden mussten. Also, sehr unheimliche/furchterregende/schaurige Gefühle heute Morgen in Paris, und vielleicht seltsamerweise, laut Meinungsumfragen, unterstützen immer noch 6 von 10 Franzosen die Streiks. Ob diese (Unterstützung) Bestand haben wird, wenn sie anhalten, ist unklar. Mir wurde von Gewerkschaftsfunktionären gesagt, dass sie bereits für die Verlängerung des Streiks gestimmt haben. Aber im Moment unterstützt die Mehrheit der französischen Öffentlichkeit die Streiks.