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Italien rettet Krisenbank Popolare di Bari

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Italien rettet Krisenbank Popolare di Bari
Copyright  Aris Oikonomou, vía AP   -   ARIS OIKONOMOU
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Italien greift erneut einer Krisen-Bank unter die Arme: Die Regierung genehmigte eine Notverordnung zur Rettung der Volksbank Popolare di Bari. Sie stellte Finanzhilfen von bis zu 900 Millionen Euro bereit. Der größte Kreditgeber in Italiens Süden war in Schieflage geraten, weil in der Region besonders viele Kredite in Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise notleidend wurden.

Die Mittel aus dem Finanzministerium allerdings nicht direkt an die Bank fließen. Vielmehr soll damit das Kapital der staatlichen Entwicklungsbank Banca del Mezzogiorno-Mediocredito
Centrale (MCC) erhöht werden. Diese soll so gemeinsam mit dem Einlagensicherungsfonds FITD und möglichen anderen Investoren die Sanierung der Volksbank in Bari übernehmen können. Sie soll auch eine stärkere Rolle bei der Förderung des Mezzogiorno, des
strukturschwachen italienischen Südens, übernehmen.

Am Freitagabend sagte Ministerpräsident Giuseppe Conte nach Rücktrittforderungen der rechten Oppositionspartei Lega: das Bankensystem sei bei guter Gesundheit weitere staatliche Rettungsaktionen seien nicht in Sicht. Seit 100 Tagen regieren Sozialdemokraten und Fünf-Sterne in einer wackeligen Koalition.

NOTLEIDENDE KREDITE

Vor allem die hohe Anzahl an notleidenden Krediten in den Büchern hatten die Banken in Italien in den vergangenen Jahren in Schieflage gebracht. Doch die Zeiten, als da fast 300 Milliarden Euro im Feuer standen, sind vorbei.

„Vor drei Jahren lag die Quote notleidender Kredite bei 17 Prozent, heute ist sie unter neun Prozent“, so Fabrizio Pagani vom Vermögensverwalter Muzinich & Co, New York, laut Medien („Handelsblatt“). „Heute sind wir wieder beim Niveau von 2009“, lobt Giuliano Cicioni, Partner bei KMPG, Zug/Amstelveen, in Italien, in seinem Jahresbericht.

Italien gehört zu den Ländern mit der weltweit höchsten Schuldenquote. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Staatsverschuldung von Italien um über 70 Prozent erhöht, auf geschätzt rund 2,32 Billionen Euro (2018, IWF).

su mit Reuters, dpa