Der türkische Außenminister Fidan sagte der AP, Hinweise deuteten darauf hin, dass die auf die Türkei zielenden Raketen aus Iran kamen. Nach Ankaras Anfrage hieß es aus Teheran, man habe die Türkei nie ins Visier genommen.
Der Krieg mit Iran dauert bis dato fünfzehn Tage. Der Außenminister der Türkei, Hakan Fidan, sagte der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) in einem Interview, die Türkei wolle sich aus dem Krieg heraushalten.
Es gebe derzeit keinen ernsthaften Vorstoß für Verhandlungen zwischen den USA und Iran, so Fidan. Er gehe aber davon aus, dass Teheran für Diplomatie über inoffizielle Kanäle offen sei. Nach seinen Worten fühlen sich viele Iranerinnen und Iraner durch die Angriffe der USA und Israels vor rund zwei Wochen verraten.
Zu den drei Raketen, die nach türkischen Angaben aus Iran abgefeuert und über der Türkei von NATO-Abwehrsystemen abgeschossen wurden, erklärte Fidan, die Daten deuteten trotz Dementis aus Teheran klar auf Iran hin. Eine militärische Antwort plane Ankara in diesem Stadium dennoch nicht. "Uns ist bewusst, dass wir provoziert wurden und weiter provoziert werden", sagte er. "Aber unser Ziel ist es, außerhalb dieses Krieges zu bleiben."
Mit Blick auf den Zustand von Mojtaba Chamenei, der nach dem am achtundzwanzigsten Februar getöteten iranischen Staatsoberhaupt Ali Chamenei an die Spitze aufgerückt ist, sagte Fidan: "Wir wissen nur, dass er am Leben ist und sein Amt ausübt." Zuvor hatte es Berichte über Verletzungen nach einem Angriff der USA gegeben.
Fidan geht davon aus, dass die Führungsebene der Revolutionsgarden das Machtvakuum im iranischen System weitgehend füllt.
Türkei: Klare Anti-Israel-Haltung
Zur Lage in Syrien erklärte Fidan, die Türkei unterstütze die von Übergangspräsident Ahmed al-Schara geführte Regierung. Israel hingegen besetze syrisches Territorium und heize damit die Spannungen an. Israel gehe es nicht um Sicherheit, sondern um Land, meinte Fidan. Solange die Regierung Netanjahu im Amt bleibe, werde das Land in der Region immer neue Feindbilder schaffen.
Zum Schluss äußerte sich der Außenminister zur Zukunft des Gazastreifens. Die Türkei habe sich dem von US-Präsident Trump initiierten Friedensrat angeschlossen und sei bereit, Soldaten für eine mögliche internationale Stabilisierungstruppe in Gaza zu stellen. Bislang liege zwar keine offizielle Anfrage vor, Fidan geht jedoch davon aus, dass die USA in dieser Frage versuchten, Israel zu überzeugen. Vorrang habe für Ankara, dass in Gaza zunächst ein Verwaltungsrat aus fünfzehn unabhängigen Mitgliedern seine Arbeit aufnimmt.