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Ministerin der VAE auf Euronews: "Iran darf die Weltwirtschaft nicht als Geisel nehmen"

Die Staatsministerin der Vereinigten Arabischen Emirate Lana Nusseibeh in einem Interview mit Euronews
Die Staatsministerin der Vereinigten Arabischen Emirate Lana Nusseibeh in einem Interview mit Euronews Copyright  Euronews
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Von Jane Witherspoon & Toby Gregory
Zuerst veröffentlicht am
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In einem Interview mit Euronews appelliert die Staatsministerin der Vereinigten Arabischen Emirate, Lana Nusseibeh, an die Welt, der "Schurkenstaat" Iran dürfe die Weltwirtschaft nicht in Geiselhaft nehmen.

Die Staatsministerin der Vereinigten Arabischen Emirate, Lana Nusseibeh, hat an die Welt appelliert, den Iran zu zwingen, seine Blockade der Straße von Hormus aufzuheben.

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In einem ausführlichen Interview mit Euronews in Abu Dhabi sagte die Staatsministerin im Außenministerium der Vereinigten Arabischen Emirate: "Dem Iran darf nicht erlaubt werden, die Weltwirtschaft durch sein Schurkenstaat-Verhalten als Geisel zu nehmen."

Während der Iran-Krieg immer weiter eskaliert, sendet die iranische Blockade der Straße von Hormus, der schmalen Wasserstraße zwischen dem Iran und Oman, durch die etwa ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung fließt, Schockwellen um die Welt. Die Eskalation wirkt sich nicht nur auf die globalen Energiemärkte aus, sondern stellt auch eine immer größere Bedrohung für die globale Ernährungssicherheit dar.

In dem Euronews-Interview warnte Lana Nusseibeh, dass die Folgen der Blockade weit über die Region hinausgehen: "Weltweit werden etwa 20 % der Energielieferungen über diese schmale Wasserstraße transportiert."

Öltanker und Schiffe reihen sich in der Straße von Hormuz auf, von Khor Fakkan aus gesehen, 11. März 2026
Öltanker und Schiffe reihen sich in der Straße von Hormuz auf, gesehen von Khor Fakkan aus, 11. März 2026 AP Photo

"Wenn das unterbrochen wird, hat das nicht nur Auswirkungen auf die globalen Energiepreise, sondern auch auf die globale Lebensmittelsicherheit und die Lebensmittelversorgung, und das wird sich auch auf die Rechnungen an den Tankstellen und die Lebensmittelpreise auswirken", sagte die Ministerin im Gesprächt mit Euronews.

Nusseibeh erklärte auch, dass die VAE ihre anhaltenden Bemühungen fortsetzen, auf die sich entwickelnde globale Energiekrise zu reagieren, und betonte das Engagement des Landes auf den globalen Energiemärkten.

"Was die Energieversorgung angeht, sind wir ein verantwortungsvoller und engagierter Lieferant auf dem globalen Energiemarkt, und wir werden weiterhin tun, was wir können", so Nusseibeh.

Wie sich seit dem Beginn des Iran-Krieges vor zwei Wochen gezeigt hat, reagieren die Energiemärkte aufgrund der zentralen Rolle der Region in den globalen Versorgungsketten sehr empfindlich auf Instabilität am Golf.

Die VAE betonen, dass sie auch weiterhin eine stabilisierende Rolle in den globalen Logistiknetzen spielen.

Dieses Satellitenfoto von Planet Labs PBC zeigt die iranische Insel Kharg, 26. Februar 2026
Dieses Satellitenfoto von Planet Labs PBC zeigt die iranische Insel Kharg, 26. Februar 2026 AP Photo

"Wir sind ein globales Logistikzentrum. Wir verbinden zum Beispiel Ziele in Dubai mit über 155 Zielen in der ganzen Welt", sagte Nusseibeh auf Euronews.

"Ein Konflikt, in den wir nicht hineingezogen werden wollten"

Zwei Wochen nach Beginn des Krieges, in dem iranische Drohnen und Raketen die gesamte Golfregion treffen, erklären die Vereinigten Arabischen Emirate, dass sie einen schwierigen Balanceakt versuchen: ihr Territorium zu verteidigen und gleichzeitig zu verhindern, dass sich die Krise zu einem breiteren regionalen Krieg ausweitet.

Für die Regierungen der Golfstaaten ist das strategische Kalkül komplex. Eine energische militärische Reaktion birgt das Risiko, die Konfrontation mit dem Iran auszuweiten und möglicherweise mehrere regionale und internationale Akteure in den Konflikt hineinzuziehen. Gleichzeitig könnten kritische Infrastrukturen und die Zivilbevölkerung verwundbar bleiben, wenn man nicht entschlossen reagiert.

Ministerin Nusseibeh unterstrich im Interview mit Euronews das Ausmaß der Herausforderung, vor der das Land steht, da die VAE seit Beginn des Krieges die höchste Zahl iranischer Raketen- und Drohnenangriffe im gesamten Nahen Osten verzeichnet haben.

VAE will "Normalität aufrecht erhalten"

"Wir hatten 14 unglaublich schwierige Tage", so Lana Nusseibeh, aber sie fügte hinzu, dass es den VAE trotz der Angriffe gelungen sei, die Stabilität aufrechtzuerhalten, und dass "das Leben in den VAE so gut wie zur Normalität zurückgekehrt ist".

Laut Nusseibeh, die bis vor kurzem Botschafterin der VAE bei den Vereinten Nationen war, brach der Konflikt trotz massiver diplomatischer Bemühungen zur Vermeidung einer Eskalation aus.

"Wir sind seit zwei Wochen in diesen Konflikt verwickelt, in den wir nicht hineingezogen werden wollten. In der Tat waren wir vor dieser Eskalation sehr engagiert in diplomatischen Bemühungen, um einen Konflikt in der Region zu vermeiden.

Seit Beginn der Angriffe sei die unmittelbare Priorität, die Einwohner zu schützen und gleichzeitig sicherzustellen, dass die Wirtschaft und das tägliche Leben im Land weiter funktionierten, sagte sie.

"Ich denke, die Priorität liegt im Moment darin, das Land gegen diese Angriffe zu verteidigen und sicherzustellen, dass das normale Leben nicht gestört wird", erklärte Nusseibeh gegenüber Euronews

Die Fassade eines Gebäudes in Dubais Finanzdistrikt ist teilweise beschädigt, 13. März 2026
Die Fassade eines Gebäudes im Finanzdistrikt von Dubai ist teilweise beschädigt, 13. März 2026 AP Photo

Die VAE sagen, dass ihre Fähigkeit, die Stabilität aufrechtzuerhalten, das Ergebnis jahrzehntelanger Vorbereitung auf die geopolitische Unsicherheit am Golf ist.

"Wir haben uns jahrzehntelang auf verschiedene Szenarien in einer sehr turbulenten Region vorbereitet, diese Pläne sind also nicht neu".

Diese Vorbereitungen gehen über die militärische Bereitschaft hinaus. Das Land hat stark in die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit, Logistiknetze und die Sicherheit der Lieferketten investiert.

"Wir haben auch in die Widerstandsfähigkeit unserer Lebensmittelversorgung, unserer Marktversorgung und unseres Zugangs zu globalen Waren investiert", sagte Nusseibeh.

Sie hob auch die Rolle der Verteidigungssysteme des Landes hervor: "Unsere Luftabwehrsysteme sind die besten ihrer Klasse. Sie wurden in jahrzehntelangen Investitionen und in realen Gefechten auf der ganzen Welt als Teil von Koalitionen verbessert", betonte sie.

"Die Streitkräfte der VAE haben für die Sicherheit unserer Gemeinden und unserer Einwohner gesorgt".

Der Al Seef Markt in Dubai, 13. März, 2026
Der Al-Seef-Markt in Dubai, 13. März 2026 AP Photo

Gleichzeitig unterstreicht die Ministerin, dass sich die Führung der VAE weiterhin allen Herausforderungen stellen werde.

"Wir glauben nicht an eine militärische Eskalation, aber wir sind hart, wenn das, was wir so hart erkämpft haben, in Frage gestellt wird, und wir werden auch in dieser Situation hart bleiben", so Lana Nusseibeh.

Für die Führung der VAE steht in Dubai und Abu Dhabi mehr auf dem Spiel als nur die Sicherheit. Das Land sieht sich selbst als Verteidiger eines umfassenderen Modells der Stabilität und Koexistenz in einer Region, die schon oft mit Konflikten zu kämpfen hatte.

"Die roten Linien sind die Sicherheit, der Wohlstand und das Wohlergehen unserer emiratischen Gemeinschaft und unserer ausländischen Gemeinschaft hier", sagte Nusseibeh. "Wir betrachten sie alle als Teil dieses Landes, und sie verdienen unseren Schutz".

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