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Aktiv mit 95: Norwegens rüstige Rentner

Aktiv mit 95: Norwegens rüstige Rentner
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Die Norwegerin Bergljot Syljulien ist 95 Jahre alt - und geht zur Arbeit. Jeden Morgen um Punkt acht, sechs Tage die Woche steht sie in der Gärtnerei, die sie vor über 70 Jahren mit ihrem Mann gründete auf der Matte.

Senioren, die nach dem regulären Renteneintrittsalter weiterarbeiten, sind in Norwegen keine Seltenheit - dank der Rentenreform 2011, die es möglich macht Arbeit und Rente vorteilhaft zu kombinieren. Nicht etwas aus Not, Norwegen gilt als das Land mit den besten Lebensbedingungen für Senioren.

Der Tag mit Bergljot beginnt mit einem Frühstück. "Sie sorgt dafür, dass wir Kaffee und Gebäck bekommen", sagt eine Mitarbeiterin. "Das ist ein wichtiger Job. Auch die Kunden im Geschäft bekommen Kaffee."

Der norwegische Staat erkannte vor einigen Jahren, dass immer mehr ältere Menschen im Arbeitsleben gehalten werden müssen, um den demografischen Wandel abzufedern. Mit einer großen Reform wurde das Rentensystem umgestaltet: Jetzt lohnt es sich für Senioren finanziell, wenn sie lange berufstätig bleiben. Und nicht nur für sie, meint Jan Davidsen von der norwegischen Rentnergewerkschaft.

"Es ist fantastisch, dass wir Leute haben, die solche Dinge tun dürfen. Ganz zu schweigen von dem Wert, den es für die Menschen um sie herum hat, welche Bereicherung es für ihre Mitarbeiter sein muss, es ist bemerkenswert."

Bergljot ist mit 95 ein Extrembeispiel. Aber tatsächlich arbeitet rund ein Fünftel der Norweger noch nach 65 Jahren, Bergljots Sohn Svein zum Beispiel ist 70 und leitet das Geschäft.

"Entweder ich oder meine Mutter oder ich. Wir sind beide verantwortlich", scherzt der Junior.

Bergljot hat nicht die Absicht, irgendwann aufzuhören. "Mir reicht es, hier zu sein, ich bin bei guter Gesundheit und kann mich nützlich machen. Mehr brauche ich nicht."

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