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Alarm in Italien: Zwei Menschen am Coronavirus gestorben

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Alarm in Italien: Zwei Menschen am Coronavirus gestorben
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Ein zweiter mit dem Coronavirus infizierter Patient ist in Italien gestorben. Es handelt sich um eine Frau aus der Region Lombardei. Die Meldung kommt nur wenige Stunden nach dem Tod eines Mannes, der über Nacht in einem Krankenhaus in der Nähe von Padua in der Region Venetien gestorben ist.

Mehr als 40 Infektionsfälle wurden im Norden des Landes gemeldet, mindestens weitere 250 Personen stehen unter Beobachtung.

Die Lombardei ist das finanzielle und industrielle Zentrum Italiens. Die Regierung ordnete die sofortige Schließung von Schulen und Behörden an und forderte die Menschen südwestlich von Mailand auf Zuhause zu bleiben. Für zehn Ortschaften mit rund 50.000 Einwohnern verhängten die Behörden faktisch eine Ausgangssperre.

Darunter ist die Kleinstadt Codogno, sie ist das italienische Wuhan. Die Straßen sind menschenleer, die meisten Geschäfte haben geschlossen. Eine Anwohnerin sagt, sie sei sehr beunruhigt. Sie wolle noch schnell was zum Essen einkaufen, weil sie vermute, dass es vielleicht noch schlimmer werde.

Der erste infizierte Patienten, ein 38-jährige Mann, kommt aus Codogno, Lodi. Er hatte sich vermutlich bei einer Person angesteckt, die kürzlich in China war, bei der das Virus aber nicht nachgewiesen werden konnte. Der Mann liegt im Krankenhaus von Codogno, sein Zustand soll laut Medienbericht stabil sein. Er hatte sich am 16. Februar wegen Grippesymptomen untersuchen lassen, wurde aber zunächst wieder nach Hause geschickt.

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Morris Pati aus dem italienischen CodognoAP

Morris Pati aus Codogno sagt:

"Es herrscht große Panik nach diesen Infektionsfällen. Das Tragen einer Maske ist schon richtig, aber es herrscht zu viel Panik. Alles ist geschlossen. Die Menschen, die arbeiten, werden jetzt Schwierigkeiten haben."

Ein anderer Anwohner meint: "Wenn der Moment zum Sterben kommt, werden wir sterben. Was können wir tun? Es liegt nicht in unserer Hand."

Am Samstag kamen die neunzehn italienischen Staatsbürger in Rom an, die in den vergangenen zwei Wochen auf einem Kreuzfahrtschiff Diamond Princess in Japan unter Quarantäne standen. Sie alle wurden negativ auf Covid-19 getestet.

WHO in Sorge über Fälle ohne Verbindung zu China

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigt sich besorgt über die aktuelle Entwicklung der Virusausbreitung und über einen Anstieg von Ansteckungsfällen ohne eine klare Verbindung zu China.

WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus: "Wir sind besorgt über die Zahl der Fälle, bei denen kein eindeutiger epidemiologischer Zusammenhang besteht, wie zum Beispiel eine Reise nach China oder der Kontakt mit einem bestätigten Fall. Wir sind auch besorgt über die Zunahme der Fälle im Iran, wo es in den letzten zwei Tagen 18 Ansteckungs- und vier Todesfälle gab."

Vier Coronavirus-Tote im Iran und Fälle in Israel und im Libanon

Die irakischen Behörden trafen angesichts der Coronavirusfälle im Iran Vorsichtsmaßnahmen an den Flughäfen. Iraker, die aus dem Iran zurückkehrten, mussten sich vor der Einreise ärztlich untersuchen lassen.

Am Freitag bestätigte Israel einen ersten Coronavirusfall. Der Patient war Anfang der Woche von Japan nach Hause flog, wo er auf dem Kreuzfahrtschiff Diamond Princess unter Quarantäne gestellt worden war.

Im Libanon gab das Gesundheitsministerin bekannt, dass das Covid-19-Virus bei einer 45-jährigen Libanesin nachgewiesen wurde, die aus Qom im Iran angereist war. Zudem werden zwei weitere Verdachtsfälle untersucht.