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Die Türkei will abgewiesene Migranten nicht wieder zurücklassen

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Die Türkei will abgewiesene Migranten nicht wieder zurücklassen
Copyright  Giannis Papanikos/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
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Die Lage an der türkisch-griechischen Grenze, wo zehntausende Migranten auf eine Einreise in die EU hoffen, ist nach wie vor angespannt. Am Freitagmorgen war der Grenzposten Kastanies zwischenzeitlich in Tränengas gehüllt, das nach griechischen Medienberichten von der türkischen Seite über die Grenze geschossen worden sein soll.

Am Donnerstag hatte der türkische Innenminister Süleyman Soylu angekündigt, 1.000 Polizisten an die Grenze zu schicken, um die an der giechischen Grenze abgewiesenen Geflüchteten nicht wieder zurückzulassen.

Die Türkei denke angesichts der Eskalation in Syrien auch über eine Öffnung ihrer Grenzen für alle Menschen nach, die gerade aus der syrischen Krisenregion Idlib fliehen, so der Innenminister. Das sei keine Drohung oder Erpressung, sondern nötg angesichts des "unmenschlichen Verhaltens" des Regimes in Syrien, das Millionen in große Not bringe, so Süleyman Soylu. In Nordsyrien sind rund 950.000 Menschen auf der Flucht.

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell sagte dazu: "Die Türkei läßt die Menschen gehen und läßt sie vielleicht glauben, Europas Grenzen seien offen. Wir müssen unsere Grenzen verteidigen, wir müssen vermitteln und die Menschenrechte von Migranten respektieren unter Berücksichtigung der Tatsache, dass unsere Grenzen nicht verletzt werden können, dass Menschen die Grenzen nicht gewaltsam passieren können."

Nachdem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am vergangenen Wochenende verkündet hatte, die Grenzen zur EU seien für Migranten offen, hatten sich Tausende auf den Weg dorthin gemacht.

Seitdem hält Griechenland mit Unterstützung aus Brüssel die EU-Außengrenzen dicht. Immer wieder gelingt es einigen Flüchtlingen trotzdem in die EU zu gelangen. In der Nacht zu Freitag ist ein Boot mit Migraten auf der Insel Lesbos angekommen.

7.000 illegale Einwanderer pro Tag gestoppt

Nach Angaben griechischer Regierungsquellen sind innerhalb eines Tages etwa 7.000 illegale Einwanderer an der Grenze gestoppt und 24 Personen verhaftet worden, die meisten seien aus Pakistan und Afghanistan gekommen. Seit vergangenen Samstag seien rund 35.000 illegale Einreisen verhindert und mehr als 240 Personen festgenommen worden.

Gerücht über getöteten Migranten

Griechenland versucht diese wieder zurückzudrängen - teils auch mit Tränengas. Ankara wirft den griechischen Grenzpolizisten zudem vor, Migranten, die es nach Griechenland geschafft haben, unrechtmäßig zurückzuschicken. Türkischen Angaben zufolge wurde am Mittwoch ein Migrant von griechischen Sicherheitskräften erschossen. Athen wies dies allerdings umgehend zurück.

950.000 Menschen auf der Flucht

In der Rebellenhochburg Idlib sind die Regierungstruppen mit russischer Unterstützung auf dem Vormarsch, ungeachtet eines türkischen Militäreinsatzes auf syrischem Gebiet. Die Situation der dort lebenden Menschen hat sich dramatisch verschlechtert. Laut UN-Angaben sind rund 950.000 der drei Millionen Einwohner der Region auf der Flucht.