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Migrationskrise in der Türkei: Die Stunde der Schlepper

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Migrationskrise in der Türkei: Die Stunde der Schlepper
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Angespannte Ruhe nahe Edirne an der türkischen Grenze zu Griechenland. Anderthalb Wochen nachdem Ankara den Weg Richtung EU freigemacht hat, geben viele Migranten den Glauben auf, es tatsächlich über die Grenze zu schaffen.

Zwischen Frust und Hoffnung

Die Stimmung schwankt zwischen Frust und Hoffnung. "Wir sind seit 6 Tagen hier", erzählt uns ein Mann. Nur Gott wisse, wie es jetzt weitergehe.

Die Wut auf den türkischen Präsidenten Erdogan ist groß. Er habe sie mit falschen Verprechen an die Grenze gelockt. Diese ist nicht offen sondern dicht - weshalb diese Migranten jetzt auf Schlepper setzten.

"Wie viel kostet die Überfahrt?", fragen wir. "1.000."
"Türkische Lira?"
"Dollar."
Ein lukratives Geschäft in der Türkei, die noch immer in einer Finanzkrise steckt.

Der Fischer Osman hat bereits vor einiger Zeit Migranten bei der Flucht Richtung EU geholfen - allerdings umsonst, wie er sagt. "Es waren 201 Personen. Sie kamen zu mir und fragten mich, ob ich sie nach Griechenland bringen könnte. Also habe ich ihnen geholfen.“ Geld habe er dafür nicht verlangt – also auch nichts Illegales getan.

Stacheldraht am Evros

Erdogan hatte die Tore zur EU Ende Februar für offen erklärt - um Druck auf die Brüssel auszuüben. Er sieht sich von den Europäern zu wenig unterstützt - sowohl bei seiner Militäroffensive in Syrien, als auch mit dem Flüchtlingsstrom in der Türkei.

Tausende von Asylsuchenden haben sich nach Erdogans Ankündigung auf den Weg zur Grenze gemacht. Viele berichten uns, dass die türkischen Behörden sie zu inoffiziellen Grenzübergängen wie diesem hier gelotst hätten. Um in die EU zu gelangen, müssten sie hier nur den Fluss Evros überqueren, hieß es.

Doch ganz so einfach ist es in Wirklichkeit nicht. Griechische Grenzschützer haben auch dieses Schlupfloch mit Stacheldraht gestopft.

Osman macht das keine Angst. Für ihn steht fest: "Wenn wieder Flüchtlinge zu mir kommen, helfe ich ihnen auch diesmal.“