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Dritthöchste Stufe: Spanien verhängt Alarmzustand

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APTOPIX Spain Virus Outbreak
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_"Ich habe gerade das Staatsoberhaupt darüber informiert, dass ein außerordentlicher Ministerrat einberufen wird, um für die nächsten 15 Tage in unserem Land, in ganz Spanien, den Alarmzustand auszurufen".
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Mit diesen Worten kündigte Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez die Entscheidung an, vor der er sich 24 Stunden zuvor noch gescheut hatte. Man wolle alle Mittel des Staates mobilisieren, um die Bürger besser schützen zu können, so Sanchez, Spanien stehe "vor harten, schwierigen Wochen".

Eine außergewöhnliche Maßnahme angesichts einer "außerordentlichen Krise": Nur einmal in der jüngsten spanischen Geschichte wurde der Alarmzustand erlassen, während des Fluglotsenstreiks 2010. Der Alarmzustand ist die dritthöchste der in der spanischen Verfassung vorgesehenen Notfallstufen. Die nächsthöhere ist der Ausnahmezustand.

Die Maßnahme tritt mit der Verabschiedung eines sogenannten königlichen Dekrets in Kraft. Die linke Regierungskoalition könnte anschließend zum Beispiel die Bewegungsfreiheit von Menschen und Fahrzeugen einschränken.

Lebensmittel und andere wichtige Güter würden rationiert und auch beschlagnahmt sowie Interventionen in Fabriken und anderen Produktionsstätten angeordnet.

Spanien im Krisenmodus

Der spanische Regierungschef tritt inzwischen täglich vor die Presse. Eine seiner Ministerinnen - die Ministerin für Gleichstellungsfragen Irene Montero - ist an Covid-19 erkrankt.

Vier Ortschaften - darunter auch Skigebiete - wurden in Katalonien in Quarantäne versetzt. Das bedeutet, dass dort Einkaufszentren, Sporteinrichtungen und Skigebiete geschlossen werden.

In der Region von Murcia - im Süden des Landes - wurden auch Touristengebiete unter Quarantäne gestellt.

Spanien ist nach dem seit Montagabend abgeriegelten Italien das von der Epidemie am stärksten betroffene Land Europas. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus lag am Freitag über 120. Mehr als 4200 Menschen haben sich nach Angaben des Gesundheitsministeriums mit dem Covid-19-Erreger infiziert.