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Italien: Die Angst der "Neuen Armen" im Süden

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Italien: Die Angst der "Neuen Armen" im Süden
Copyright  Claudio Furlan/LaPresse
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Der SüdenItaliens kämpft, um die Auswirkungen des Coronavirus einzudämmen. In Sizilien hält sich die Epidemie in Grenzen, mit nur 34 neuen Fällen an einem Tag. Aber die Menschen haben auch vor den Folgen Angst: was passiert mit der Region, die einst von der Mafia regiert wurde, wenn starke staatliche Interventionen ausbleiben?

Leoluca Orlando, Bürgermeister von Palermo:

“Palermo hat sich komplett verändert und wird nicht mehr von der Mafia regiert. Ich möchte gar nicht daran denken, dass mangelndes Verständnis der Zentralregierung Mafia-Organisationen die Türen öffnen könnte zur Kontrolle über Unternehmen und die Wut der Menschen im Norden UND im Süden des Landes auszunutzen. ”

Ich möchte gar nicht daran denken, dass mangelndes Verständnis der Zentralregierung (in Rom) Mafia-Organisationen die Türen öffnen könnte
Leoluca Orlando
Bürgermeister von Palermo

Nach Zahlen des zuständigen Instituts für Statistik ist jeder vierte Sizilianer arm (26%), in der Lombardei weniger als jeder zehnte (8,6%). Sizilien fürchtet die Wirtschaftskrise im Gefolge des Virus ebenso wie Covid-19 selbst.

"SIE SCHÄMEN SICH"

Giuseppe Parruzzo, Caritas-Helfer in Caltanissetta, Sizilien:

"Sie kucken dir nicht in den Augen, sie kommen nur, um ihr Essen zu holen und gehen gleich wieder. Sie schämen sich, sie sind es nicht gewohnt, um etwas zu bitten, sie haben immer von ihrem eigenen Einkommen gelebt. Jetzt finden sich in einer völlig anderen Lage wieder. Ihr Leben wurde völlig auf den Kopf gestellt."

Besonders auf den Inseln ist die Armut höher als im übrigen Italien (10,8 Prozent/5,8 Prozent im Norden). Und es gibt immer mehr Menschen, die nicht einmal genug Geld haben für Lebensmittel, die rationiert sind.

Um mit unserem Lebensmittelvorrat auszukommen, essen wir nur zweimal am Tag
Salvatore Chinni
"Neuer Armer"

Salvatore Chinni, en “Neuer Armer”:

„Um mit unserem täglichen Lebensmittelvorrat auszukommen, essen wir nur zweimal am Tag. Normalerweise ist es mittags Pasta und abends backen wir selbst was aus Mehl. Wir verwenden normalerweise billige Zutaten wie Zwiebeln, Paprika, Tomaten. Schinken, Salami oder anderer Aufschnitt ist nicht drin.“

GiorgiaOrlandi, Euronews:

"Die italienische Regierung hat bereits finanzielle Unterstützung an jede Gemeinde in Italien geschickt, aber der Bürgermeister von Palermo, Leoluca Orlando, hat erklärt, dass dieses Geld schon verbraucht ist, um die erste Phase der Krise zu bewältigen und soziale Spannungen abzubauen. "Mehr Geld" – sagte er – "wird in den kommenden Wochen benötigt."

Georgia Orlandi, su