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Skandal um Erntehelfer: Kein Abstand und Arbeiten in Quasi-Quarantäne

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Virus Outbreak Romania Germany Seasonal Workers
Virus Outbreak Romania Germany Seasonal Workers   -   Copyright  Raul Stef/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.
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Überfüllte Busse, dicht gedrängte Gruppen von Menschen am Flughafen - die Reisebedingungen der ersten Erntehelfer aus Rumänien nach Deutschland haben in Rumänien erst Entsetzen ausgelöst und dann für Aufruhr bis in die Regierung gesorgt.

Die Bilder vor dem Abflug vom Flughafen Cluj nach Baden-Baden, Düsseldorf und Berlin mit zwölf Charterflügen zeigen, dass die Abstandsregeln in Zeiten des Coronavirus keineswegs eingehalten wurden. Bereits Stunden vor dem Abflug waren Menschen aus allen Teilen Rumäniens am Airport eingetroffen. Viele trugen Atemschutzmasken - doch Abstand hielten die Reisenden so gut wie nicht.

Die rumänische Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen des mutmaßlichen Verstoßes gegen das Seuchengesetz eingeleitet.

Ministerpräsident Ludovic Orban erklärte, er wolle die für dieses Desaster verantwortlich seien bestrafen. Der Leiter des Flughafens hätte die Behörden informieren müssen.

Der Manager des Flughafens Avram Iancu International Airport in Cluj-Napoca, David Ciceo, machte aber die Busbetreiber für die Misstände verantwortlich.

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Am Flughafen ClujCopyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.Raul Stef

"Quasi-Quarantäne" - Arbeiten während der Quarantäne

Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner sagte am Berliner Flughafen Schönefeld, die Erntehelfer würden vor der Einreise medizinisch untersucht. Die Gesundheitschecks würden dem jeweiligen Gesundheitsamt übermittelt. Nachdem zuvor von 14 Tagen Quarantäne die Rede war, erklärte Klöckner jetzt: "Die Personen werden in kleinen Gruppen transportiert, die ersten 14 Tage sind eine Quasi-Quarantäne, bei der sie aber arbeiten können."

Die Agrarministerin bestätigte, dass im April etwa 40.000 und im Mai weitere 40.000 Erntehelfer einreisen sollten. Der deutsche Innenminster Horst Seehofer (CSU) und Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hatten sich am vergangenen Donnerstag darauf geeinigt, 80 000 ausländische Saisonkräfte unter Auflagen nach Deutschland zu fliegen.

Die Erntehelfer kommen vor allem mit Eurowings-Flügen nach Deutschland. Die Fluggesellschaft sprach von Registrierungen für 20 000 Erntehelfer, die übers Internet durchgeführt wurden.