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Reisen nur zwischen "grünen Zonen": Europas Strategie für den Sommer?

Reisen zwischen grünen Zonen? Vielleicht ein Lösungsansatz für den Sommerurlaub
Reisen zwischen grünen Zonen? Vielleicht ein Lösungsansatz für den Sommerurlaub   -   Copyright  Jorge Galindo
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Grün für Regionen, in denen Covid-19 unter Kontrolle ist - Intensivstation nicht überfüllt, niedrige Ansteckungsrate, Pauschaltests - und Rot für Regionen, in denen die Situation immer noch besorgniserregend ist.

Da ist die Grundlage für den Vorschlag einiger Akademiker, darunter Miquel Oliu-Barton, Professor für Mathematik an der Universität Paris-Dauphine, um "sichere" Korridore für die Wiederaufnahme des Tourismus in Europa zu schaffen.

In diesem Modell wird die europäische Bevölkerung in kleine unabhängige Netzwerke unterteilt.

Das System der asymmetrischen oder regionalen statt nationalen Entgrenzung wurde am 8. April im Rahmen einer Studie mit dem Titel "Zoning as an Exit Strategy" vorgeschlagen. Dies ist die Formel, die von Ländern wie Deutschland, Frankreich und Spanien gewählt wurde, um die so genannte "Phase 2" zu beginnen.

Um ohne Infektionsgefahr von einer grünen Zone in eine andere zu gelangen, schlagen die Forscher vor, dass die Autobahnausfahrten in den roten Zonen gesperrt bleiben oder zumindest der Verkehr hier kontrolliert werden sollte. "In Frankreich ist dies an den Mautstellen bereits geschehen".

"Dasselbe sollte auch für den Zug gelten: Aus grünen Zonen kommend, sollte es nicht möglich sein, an roten Bahnhöfen anzuhalten", sagt Oliu-Barton. "Und auf Flughäfen wäre es relativ einfach zu kontrollieren, woher man kommt und wohin man fährt.

Eine weitere vorgeschlagene Maßnahme besteht darin, dass Reisende ein Dokument vorlegen, aus dem hervorgeht, dass sie in einer der "Grünzonen" wohnen, damit sie sich frei bewegen können.

Über die theoretische Diskussion hinaus haben mehrere Länder bereits öffentliches Interesse an der Förderung der Korridore bekundet, um den Touristenstrom zu reaktivieren.

In Deutschland hat Innenminister Seehofer eine freie Reise in die Nachbarstaaten Frankreich, Schweiz und Österreich ab Mitte Juni angekündigt, die Grenzkontrollen nach Luxemburg fallen ab 15 Mai weg. Allerdings gilt die Reisefreiheit nicht für die Grenze zwischen Baden-Württemberg und Nordfrankreich, wo das Nachbarland eine rote Zone definiert hat.

Die schrittweise Öffnung der Grenzen kündigte Seehofer am Mittwoch auf der Bundespressekonferenz an

Der Unterschied zwischen diesen Arten von Korridoren und den in der Studie vorgeschlagenen, erklärt Oliu-Barton, besteht darin, dass letztere ein Netzwerk auf europäischer, EU-Ebene darstellen würden, das über rein bilaterale Abkommen hinausgehen würde.

Ihm sei der aktuelle Stand der Diskussionen auf institutioneller Ebene derzeit nicht bekannt, "der Vorschlag werde aber bisher sehr geschätzt und hat die EU am 5. Mai erreicht".

"Wenn er angenommen wird, könnten die ersten europäischen Umweltzonen sehr bald, bereits im Juni, eintreffen", fügt Oliu-Barton hinzu.