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Unruhen von Dijon: „Sie haben alle angegriffen“

Aufräumarbeiten in Dijon
Aufräumarbeiten in Dijon Copyright PHILIPPE DESMAZES/AFP or licensors
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Von euronews
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Wie konnte es in der französischen Stadt zu derartigen Ausschreitungen kommen? Und wie ist die Rolle der Polizei einzuschätzen?

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In der französischen Stadt Dijon ist nach tagelangen Unruhen wieder Ruhe eingekehrt.

„Sie haben alle angegriffen. Sie haben gerufen: Araber, kommt doch her. Wir hatten Angst. Ich wohne hier um die Ecke, weder ich noch meine Kinder sind nach draußen gegangen", sagt ein Bewohner des Stadtteils Grésilles.

Zeugen berichten, aus Tschetschenien stammende Bewohner von Dijon hätten sich dafür rächen wollen, dass ein 16-Jähriger von Drogendealern angegriffen worden sei. Zur Verstärkung waren Personen aus anderen Orten angereist.

„Die Polizei hat das geschehen lassen. Es wurden Menschen verprügelt, und die Polizei ist nicht in das Viertel eingerückt", sagt ein Mann.

Berichtet wird von Schüssen und von zerstörten Überwachungskameras, geparkte Wagen und Mülleimer gingen in Flammen auf.

Polizei schickt Sondereinsatzkräfte

Laurent Nunez, Staatssekretär im Innenministerium, machte sich vor Ort ein Bild von der Lage und gab bekannt, dass zwei Einheiten der Sondereinsatzkräfte, also rund 150 Polizisten, in Dijon für Ordnung sorgen werden.

Frankreichs Innenminister Christophe Castaner hat angekündigt, hart durchzugreifen, die Ermittlungen laufen.

„Die Menschen hier in Grésilles sagen, sie seien nicht nur wütend auf die Polizei, die sich drei Tage nicht habe blicken lassen, sondern auch auf Medienberichte, von denen sie sagen, dass es sich darin vor allem um Drogenprobleme in Dijon drehe“, so euronews-Reporter Oliver Whitfield-Miocic.

„Überall auf der Welt gibt es Drogen, in jedem französischen Stadtviertel, in jeder Stadt der Welt“, so ein Bewohner von Dijon.

Bürgermeister: „Drei Tage terrorisiert“

Marine Le Pen, Vorsitzende der Rechtspartei Rassemblement National, macht für die Ereignisse in Dijon unter anderem die Einwanderungspolitik verantwortlich. „Diese Lage zeigt eine ungekannte Ernsthaftigkeit. Sie ist nicht mit einer kurzen Meldung abzuhandeln und sollte unserem Land eine Warnung sein“, so Le Pen.

Der Bürgermeister von Dijon, der Sozialist François Rebsamen, beklagte, es fehle in der Stadt an Sozialarbeitern und im Täglichen auch an Polizeipräsenz. Er sagte, die Polizei sei mit der Lage überfordert gewesen und sprach davon, dass seine Stadt drei Tage lang terrorisiert worden sei.

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