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Ehemaliger Wirecard-Chef Markus Braun kommt wieder frei

Wirecard-Aktien stürzten an der Börse infolge des Skandals ab.
Wirecard-Aktien stürzten an der Börse infolge des Skandals ab.   -   Copyright  Arne Dedert/dpa via AP
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Im Bilanzskandal um den bayerischen High-Tech-Konzern Wirecard kommt der ehemalige Vorstandschef Markus Braun wieder auf freien Fuß.

Gegen Zahlung von fünf Millionen Euro Kaution und einer wöchentlichen Meldepflicht bei der Polizei hat das Amtsgericht München den am Montag erlassenen Haftbefehl außer Vollzug gesetzt. Braun hatte sich zuvor den Behörden gestellt und sich zur Zusammenarbeit erklärt.

Der 50-Jährige Österreicher steht unter dem Verdacht, die Bilanzsumme und die Umsätze von Wirecard durch vorgetäuschte Einnahmen aufgebläht zu haben.

1,9 Milliarden Euro existieren nicht

Zuletzt war bekannt geworden, dass dem Dax-Unternehmen mit Sitz in Aschheim bei München in seiner Bilanz 1,9 Milliarden Euro fehlen. Der Bezahldienstleister hat mitgeteilt, dass das Bankguthaben "mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht besteht". Braun war zurückgetreten, als der Skandal um Wirecard bekannt wurde. Der Spiegel berichtete, dass das bei einem Treuhänder in Thailand verwaltete Geld offenbar verschwunden ist.

Das Unternehmen hat durch den Skandal einen schweren Imageschaden erlitten und kämpft ums Überleben. An der Börse brach die Aktie von Wirecard dramatisch ein, Ratingagenturen straften den Konzern in der Folge ab.

Droht nun ein Abbau von Arbeitsplätzen?

Noch vor zwei Jahren hatte Wirecard einen Marktwert von rund 24 Milliarden Euro und machte zwei Milliarden Euro Umsatz. Das Unternehmen wurde größer und beschäftigt heute fast 6.000 Mitarbeiter an weltweit 26 Standorten.

Wie der Dax-Konzern bekanntgab, denkt man nun über eine Umstrukturierung des Unternehmens einschließlich Kostensenkungen nach - Arbeitsplätze könnten so in Gefahr sein.