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Welche Rolle spielt Frankreich im Libyen-Krieg?

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Welche Rolle spielt Frankreich im Libyen-Krieg?
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Anhänger des libyschen Generals Chalifa Haftar sind am Wochenende in Bengasi auf die Straße gegangen, um gegen die Einmischung der Türkei in den Bürgerkrieg des Landes zu protestieren. In den vergangenen Wochen hatten die Rebellen um Haftar mehrere militärische Niederlagen erlitten. Der französische Präsident Emmanuel Macron ist nun ihre letzte Hoffnung in dem Konflikt.

Der wichtigste externe Akteur in Libyen ist heute die Türkei. Meiner Meinung nach hat die Türkei heute keine ihrer Verpflichtungen eingehalten, die sie auf der Berliner Konferenz versprochen hatten. Seitdem haben sie ihre militärische Präsenz in Libyen verstärkt und extrem viele dschihadistische Kämpfer aus Syrien ins Land geholt. Das ist eine historische und strafrechtliche Verantwortung für jemaden, der so tut, als wenn er NATO-Mitglied wäre.
Emmanuel Macron
Französischer Präsident

Hat Frankreich Interesse an den Ölfeldern Libyens?

Analysten zufolge gibt es mehrere Erklärungen für die Unterstützung Haftars durch Paris: Zum einen ist er als säkularer militärischer Anführer ein Verbündeter Frankreichs im Kampf gegen den islamischen Terrorismus in der Sahara-Region.

Außerdem hofft Frankreich, so die Meinung von Experten, Zugang zu den Ölfeldern im Osten Libyens zu bekommen - vorausgesetzt Haftar gelingt es, seine Macht in der Region zu halten.

Waffenlieferungen an die Rebellen - Frankreich bestreitet dies

Als weiterer Grund werden die engen Beziehungen Frankreichs zu den Vereinigten Arabischen Emiraten genannt - dem Land, das Haftar am aktivsten unterstützt. Die Emirate sind ein wichtiger Kunde der französischen Rüstungsindustrie. Erst im Februar dieses Jahres empfing der Kronprinz von Abu Dhabi und stellvertretender Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Mohamed bin Zayed Al Nahyan, den französischen Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire.

Paris bestreitet die Rebellen Haftars‘ bewaffnet zu haben. Man lehne die Offensive gegen die von der UNO unterstützten Regierung ab.

Französische Raketen im Land entdeckt

Als libysche Regierungstruppen jedoch 2019 ein Rebellen-Lager beschlagnahmt hatten, entdeckten sie einen Bestand an Speerabwehrraketen, die von Frankreich gekauft worden waren. Paris betont jedoch, dass diese Raketen der Verteidigung der eigenen Streitkräfte gedient hätten, die im Rahmen einer Operation zur Terrorabwehr im Land gewesen sein - somit habe Frankreich nicht gegen das internationale Waffenembargo verstoßen.

Die französische Regierung behauptet, ihr einziges Ziel sei Stabilität in der Region. Man habe beim Sturz des Regimes von Oberst Gaddafi geholfen und sei nun in der Pflicht, beim Wiederaufbau des Landes zu helfen.