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Hamilton siegt in Ungarn zum 86. Mal

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Hamilton siegt in Ungarn zum 86. Mal
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Lewis Hamilton ist an diesem Sonntag auf dem Hungaroring ein einsames Rennen inklusive schnellster Runde gefahren. Der 35 Jahre alte Brite erreichte mit seinem achten Sieg in der Puszta nach den sieben Pole Positions auch die Bestmarke von Erfolgen auf einer Strecke von Michael Schumacher. Dem Rekordweltmeister waren einst acht Siege beim Großen Preis von Frankreich in Magny Cours gelungen.

"Das ist wirklich eines meiner Lieblingrennen", jubelte Hamilton: "An diesem Wochenende war alles perfekt. So müssen wir jetzt weitermachen." In zwei Wochen steht in Silverstone das erste von zwei Heimrennen für Hamilton an.

Joe Klamar/AP
Verstappen und Hamilton in UngarnJoe Klamar/AP

Zweiter in Budapest wurde der Niederländer Max Verstappen, der in der Aufwärmrunde seinen Red Bull mit einem Einschlag in die Streckenbegrenzung noch demoliert hatte. "Ich habe am Anfang gedacht, ich fahre dieses Rennen nicht. Dann noch Zweiter zu werden, ist wie ein Sieg", meinte der Foreml-1-Pilot, der von einigen Medien als "Fahrer des Rennens" ausgezeichnet wurde.

Auf Rang drei kam Valtteri Bottas. Hamiltons Teamkollege musste nach dem dritten Teil des Auftakt-Dreierpacks der verspäteten Corona-Saison die WM-Führung an den Briten abgeben. Vettels Teamkollege Charles Leclerc schaffte es nicht mal in die Punkte und enttäuschte als Elfter.

Auch bei Vettel hielt die Freude über seinen hervorragenden Start nicht lange an, selbst wenn er diesmal die erste Runde anders als noch im österreichischen Spielberg vor einer Woche gut überstand.

Als hätte Vettel in seiner Abschiedssaison bei Ferrari nicht schon genug Pannen und Enttäuschungen mit Platz zehn beim Auftakt in Österreich und dem Aus nach einer Karambolage mit Leclerc in Runde eins vor einer Woche in Spielberg erlebt, dauerte sein Boxenstopp eine gefühlte Ewigkeit. Über neun Sekunden stand er mit seinem Ferrari - andere brauchen dafür gut zwei Sekunden.

Vettel kam nach den Reifenwechseln aber nur auf Rang neun und steckte dann auch noch hinter Leclerc zunächst fest, der auf den weicheren Reifen langsamer war und seinen deutschen Kollegen bremste.

Fast alle hatten die Mischwetter-Reifen aufgezogen. Doch auch die haben ihre Tücken: Auf der Einführungsrunde rutschte Verstappen von der Strecke und beschädigte seinen Red Bull. Stresstest für die Mechaniker, sie reparierten den Wagen aber binnen Minuten.

Rennen ohne Publikum am Hungaroring

Klaudia und Dénes haben in den letzten 5 Jahren keinen einzigen Grand-Prix von Ungarn ausgelassen. Nur dieses Mal mussten sie die Tribüne gegen das Sofa tauschen. Dénes war selbst Rennfahrer, alles ist voll mit Erinnerungsstücken.

Wir haben vor 2 Wochen geheiratet und der Plan für unsere Hochzeitsreise war, so viele Formel 1 Rennen zu besuchen wie möglich.
Klaudia Maczali
Rennsport - Fan

Die Reisebeschränkungen haben ihre Pläne zunichte gemacht.

Schon vor zwei Monaten hatten sich Veranstalter und Formel 1 da´rauf verständigt, das Rennen zwar zu fahren, aber ohne Publikum. Das Rennen sollte auch die strengsten epidemiologischen Vorschriften erfüllen: Die Teams reisten mit weniger Personal an, nur mit zwei negativen Corona - Tests durfte man sich der Strecke nähern, für die Piloten wurden sogar getrennte Zugänge zur Boxengasse gebaut.

Niemand kommt an die Rennfahrer heran, ausschliesslich Teammitglieder können sich ihnen nähern. Sie sind buchstäblich unantastbar. Die Einhaltung der Abstandsregeln und das Tragen einer Maske ist obligatorisch, ich denke also, dass jeder maximal sicher ist.
Zsolt Gyulay
CEO Hungaroring

Patrouillen wurden rund um den Hungaroring eingesetzt, um Menschenansammlungen zu verhindern. Trotzdem versammelten sich einige PS-Jünger schon bei den Vorläufen auf einem nahe gelegenen Hügel, um das Rennen mit Ferngläsern zu verfolgen und dem Gebrüll der Motoren zu lauschen.

Knapp 100 Millionen Euro weniger in den Kassen

2019 hatte der Hungaroring rund 7 Millionen Euro Einnahmen aus dem Ticketverkauf. Mit den Nebeneffekten wie Übernachtungen, Gastronomie und Tourismus kamen 86 Millionen Euro zusammen, die der Rennbetrieb generierte. Diese Jahr fehlten 200.000 Zuschauer, ein riesiger Verlust.