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Brüssel drängt auf weniger Abhängigkeit von Huawei

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Brüssel drängt auf weniger Abhängigkeit von Huawei
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Beim 5G-Ausbau müssen die Länder der Europäischen Union dringend Maßnahmen ergreifen, um nicht in Abhängigkeit von „Hochrisikoanbietern“ zu geraten. Das betont die EU-Kommission in einem jüngst veröffentlichen Bericht.

USA und Großbritannien gegen Huawei

Namen wurden zwar nicht genannt, doch gemeint sind chinesische Anbieter wie Huawei und ZTE. Abraham Liu von Huawei Europa zeigt sich gegenüber euronews enttäuscht:

„Wir sind kein Newcomer auf dem europäischen Markt. Wir sind seit fast 20 Jahren hier und ein vertrauenswürdiger Partner. Europas Institutionen und Politiker sollten mehr Vertrauen in ihre eigenen Behörden und Betreiber haben, die zu den Top-Anbietern der Welt gehören und über erstklassige Cyber-Sicherheitsstandards und Experten in der Branche verfügen.“
Abraham Liu
Huawei Europa

Die USA werfen Peking vor, die neue Technik zu Spionagezwecken zu nutzen und bauen ihr 5G-Netz ohne chinesische Partner aus. Zum Nachteil der Nutzer, meint Liu:

“Wenn Sie mal vergleichen, was US-Verbraucher für die gleiche Datenmenge wie Verbraucher in Europa zahlen, dann ist das dreimal so viel. Das liegt an der fehlenden Konkurrenz in den USA.“

Auch Großbritannien hat sich inzwischen dem Druck aus den USA gebeugt und wird Huawei vom 5G-Ausbau ausschließen. So weit will die EU nicht gehen, doch auch sie fordert klare Schranken zum Schutz von besonders anfälligen Bereichen der 5G-Infrastruktur.

Deutsches IT-Sicherheitsgesetz verspätet sich

Bislang gingen diese Sicherheitschecks in den einzelnen Ländern nicht so schnell voran wie erhofft, heißt es in dem Bericht aus Brüssel. Mit Schuld ist auch die Corona-Krise.

In Deutschland sollte eigentlich noch vor dem Sommer das neue IT-Sicherheitsgesetz 2.0 mit Regeln für den 5G-Ausbau verabschiedet werden. Doch es wurde Corona-bedingt auf nach der Sommerpause verschoben.