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Brandkatastrophe von Nantes: Verdächtiger gesteht

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Brandkatastrophe von Nantes: Verdächtiger gesteht
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Eine Woche nach dem verheerenden Brand in der Kathedrale der westfranzösischen Stadt Nantes ist ein Verdächtiger erneut in Polizeigewahrsam gekommen. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Verbrechen aus.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP sei der 39-jährige Mann aus Ruanda zusammengebrochen und habe gestanden. Es tue ihm Leid. Er "bereue die Tat sehr". Als Motiv für die Brandstiftung geben französische Medien bisher eine "Wut" des Afrikaners an. Er sei "wütend" gewesen. Auf was oder wen genau war unklar.

Er sollte zurück nach Ruanda

Der Mann aus dem ostafrikanischen Ruanda war im vergangenen Jahr ausgewiesen worden und hätte Frankreich Ende 2019 verlassen müssen. Er hielt sich illegal in Nantes auf. Ihm drohen nun zehn Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe von 150.000 Euro.

Der Mann war bereits vor einer Woche - unmittelbar nach dem Feuer in dem Gotteshaus - in Polizeigewahrsam gekommen, dann aber wieder freigelassen worden. Es handelt sich nach früheren Angaben der Staatsanwaltschaft um einen Freiwilligen, der in der Diözese arbeitete. Er war demnach für die Schließung der Kathedrale am Vorabend des Feuers zuständig gewesen.

Pater hatte Vertrauen in ihn

Pater Hubert Champenois von der Diözese in Nantes sagte, er habe den Mann etwa seit vier bis fünf Jahren gekannt. Er habe nie geglaubt, dass der Mann ein solches Verbrechen begehen könne.

Teile der Kirche waren in Flammen aufgegangen, sie zerstörten unter anderem die Hauptorgel. Es gab drei Brandherde. Bei ersten Untersuchungen waren keine Einbruchspuren an dem Gebäude gefunden worden. Das Feuer weckte in Frankreich Erinnerungen an das Inferno in der weltberühmten Pariser Kathedrale Notre-Dame im April 2019.