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"Aggressives Vorgehen" - Palästinenser verurteilen Abkommen zwischen Israel und den VAE

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"Aggressives Vorgehen" - Palästinenser verurteilen Abkommen zwischen Israel und den VAE
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Die einen loben es als historisches Abkommen, die anderen verurteilten es scharf: Durch die Vermittlung der USA ist es zu einer Verständigung zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und Israel gekommen. Die Länder wollen ihre Beziehungen zueinander normalisieren.

Palästinenser und israelische Siedler wenden sich gegen das Abkommen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die palästinensische Führung sieht Nachteile für ihren Siedlungsbau, einige Israelis fühlen sich von Regierungschef Benjamin Netanjahu im Stich gelassen. Das Abkommen umfasst die Aufnahme voller diplomatischer Beziehungen zwischen den Emiraten und Israel.

"Aggressives Vorgehen"

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas wertete das Abkommen als Schlag gegen die saudische Friedeninitative und als aggressives Vorgehen gegen die Palästinenser.

"Die palästinensische Führung verurteilt die überraschende Erklärung der USA, Israels und der Vereinigten Arabischen Ermirate zur vollkommenen Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und den Emiraten - im Gegenzug für die Aussetzung des Plans zur Übernahme palästinensischen Territoriums durch Israel", so ein Sprecher des Präsidenten. Die gemeinsame Erklärung sei de facto eine Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels.

Zustimmung aus Kairo

Ägypten ist zusammen mit Jordanien das einzige arabische Land, das diplomatische Beziehungen zu Israel unterhält. In einem Tweet äußerte der ägyptische Präsident Abel Al-Sisi Zustimmung:

"Ich habe das gemeinsame Statement der USA, der Vereinigten Arabischen Emirate und Israels mit großem Interresse verfolgt."

Der Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Anwar Gargash, stellte klar, dass es darum gehe, die Zweistaatenlösung nicht zu gefährden. Teil des Abkommens ist, dass Israel vorerst auf die Umsetzung der geplanten Annexion des palästinensisch besetzten Westjordanlands verzichtet. Netanjahu hatte das im vergangenen Wahlkampf in Aussicht gestellt. Diese "Zeitbombe" sei nun entschärft, so der Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate.

Israel feierte das Abkommen mit einer Lichtinstallation an der Fassade des Rathauses von Tel Aviv:

Bisher wurde es in der arabischen Welt als Tabu angesehen, eine friedliche Beilegung des Konflikts mit Israel herbeizuführen - sofern die Palästinenserproblematik zuvor nicht gelöst wurde.