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Nawalny: Berliner Charité fordert Hilfe der Bundeswehr an

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Nawalny: Berliner Charité fordert Hilfe der Bundeswehr an
Copyright  Misha Japaridze/AP
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Der Gesundheitszustand des vermutlich vergifteten Kreml-Kritikers Alexej Nawalny ist weiterhin ernst. Es bestehe aber keine akute Lebensgefahr. Das teilte die Berliner Charité am Freitag mit.

Der Patient befinde sich aber noch immer auf einer Intensivstation im künstlichen Koma und werde maschinell beatmet, heißt es wörtlich in der Erklärung der Klinik. Eventuelle Langzeitfolgen der schweren Vergiftung für den Patienten seien nach wie vor nicht absehbar.

Charité ersucht Bundeswehr-Hilfe

Wie der Spiegel berichtet, haben die deutschen Ärzte die Unterstützung der Bundeswehr angefordert. Man vermutet offenbar, dass bei der mutmaßlichen Vergiftung Nawalnys ein chemischer Kampfstoff verwendet wurde.

Der Oppositionelle, der am 20. August auf einem Flug in Russland plötzlich ins Koma gefallen war, wird seit vergangenem Samstag auf Drängen seiner Familie in der Charité behandelt. Die Ärzte der Berliner Charité gehen nach einer Auswertung von klinischen Befunden bereits seit Anfang dieser Woche davon aus, dass Nawalny vergiftet wurde.

EU-Reaktion auf mutmaßliche Vergiftung?

Die russische Regierung wiederum hatte die Einschätzung der Berliner Charité, dass Nawalny vermutlich vergiftet wurde, als vorschnell bezeichnet. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel kann sich dennoch eine gemeinsame europäische Reaktion auf die mögliche Vergiftung Nawalnys, des führenden Kopfes der liberalen Opposition in Russland, vorstellen.

Sie verwies darauf, dass es eine solche Reaktion auch bei dem Giftanschlag auf den russischen Ex-Doppelspion Sergej Skripal in Großbritannien gegeben habe. Damals wiesen fast 30 westliche Verbündete russische Diplomaten aus. Im Fall Nawalny ist aber noch unklar, ob es sich um einen Gift-Anschlag gehandelt hat und wer dafür verantwortlich sein könnte.