Eilmeldung
This content is not available in your region

"Art Paris" im Grand Palais: eine emotionale Achterbahnfahrt

euronews_icons_loading
"Art Paris" im Grand Palais: eine emotionale Achterbahnfahrt
Copyright  euronews
Schriftgrösse Aa Aa

Die „Art Paris“ ist eine der größten Kunstmessen Europas. Normalerweise findet die Veranstaltung im Frühling statt, aber die Coronavirus-Pandemie führte zunächst zu ihrer Absage, dann zu ihrer Neuerfindung als virtuelle Veranstaltung, bevor sie schließlich im Grand Palais eröffnet wurde. Es ist die erste Kunstmarktveranstaltung, die nach sechs Monaten in Europa stattfindet. Ob junge Galerien, etablierte Künstler oder vielversprechende Talente – auf der Messe präsentierte sich die Kunst der Gegenwart in den unterschiedlichsten Formen. Wie jedes Jahr stellt die Messe in erster Linie die ausländische Kunstszene in den Mittelpunkt. Künstler und Galerien aus der ganzen Welt trotzten möglichen Einschränkungen, Grenzschließungen und Reiseunwägbarkeiten, um ihre Werke zu zeigen und vielleicht zu verkaufen.

Nervenaufreibende Zeit für Künstler

Fast 57.000 Besucher tummelten sich im Grand Palais, rund 900 Künstler zeigten ihre Werke: "Die Galerien sind sehr besorgt, es gab keinen Kontakt zu Sammlern, sie haben nichts verkauft, es ist eine nervenaufreibende Zeit. Aber ich denke, hier spürt man die Freude und Hoffnung der Galeristen, endlich ihre Künstler zeigen und ihre Werke verkaufen zu können", meint der "Art Paris"-Direktor Guillaume Piens.

Beschränkungen im internationalen Reiseverkehr erschwerten den Verkauf ins Ausland, der unabhängige Kurator Gaël Charbau weiß: "Das schwächste Glied in diesem Ökosystem sind die jungen Künstler: Sie brauchen Anerkennung über die französische Kunstszene hinaus."

Unterstützung aufstrebender Talente

Um diese aufstrebenden Künstler und neue Galerien zu unterstützen, hat die "Art Paris" einen Bereich unter dem Titel "Promesses" (Versprechungen) geschaffen. Dort stellten 14 Galerien Gemälde und Skulpturen aus. Unter anderem Werke von der venezolanisch-brasilianischen Künstlerin Rosa Maria Unda Souki. Ihre Arbeiten kreisen um den Alltag und das "Zuhause".

"Für mich ist das Badezimmer kein gewöhnlicher, sondern ein besonderer Raum, in dem man sich selbst sein kann, wenn man einsam ist, und sich in einer geschützten Situation mit seinen Gefühlen auseinandersetzen kann", erklärt die Künstlerin. Jede Version zeigt eine andere Stimmung - von Liebe bis Traurigkeit. Beim letzten Bild der Serie ging es anfangs um Spaß, endete aber mit schwarzem Humor. "Ich wollte Freude, den Spaß am Wasser ausdrücken, aber ich schuf das Bild während des Lockdowns, sodass ich mehr über den Humor nachdachte, über die Art und Weise, wie wir über diese Tragödie lachen."

Obwohl die "Art Paris" eine Kunstmesse mit dem Ziel ist, Kunst zu verkaufen, hat sie einen starken Ausstellungs-Charakter: "Ich stelle fest, dass wir von einer Kunst, die zu konzeptuell oder sehr konzeptuell ist - die auf Ideen basiert, zu einer Art von Kunst zurückgekehrt sind, die im Thema, im Bild, in der Darstellung verankert ist", so Gaël Charbau.

Schwerpunkte der Messe

Ein Schwerpunkt der Messe war die französische Kunstszene und ihre "einzigartigen und universellen Geschichten" - während das andere Hauptthema die iberische Halbinsel ab den Fünfziger Jahren war: Der ehemalige französische Premierminister Manuel Valls entdeckte dort das Werk seines Vaters: "Mein Vater war ein großer spanischer Künstler, der hauptsächlich in Paris arbeitete. Er schuf Objekte von großer Weichheit, lichtdurchflutet, sehr akribisch, die sehr viel Poesie ausstrahlen."

Dieses Jahr erlebte die "Art Paris" eine emotionale Achterbahnfahrt, ebenso wie andere Großveranstaltungen. Nächstes Jahr wird die Messe in einer speziellen Pop-up-Version des Grand Palais stattfinden, denn das Palais wird renoviert. Es soll 2024 rechtzeitig zu den Olympischen Spielen wiedereröffnet werden.