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US-Regierung schiebt TikTok und WeChat den Riegel vor

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TikTok und Wechat Apps auf dem Display eines Handys
TikTok und Wechat Apps auf dem Display eines Handys   -   Copyright  AP Photo/Mark Schiefelbein, File
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In den USA ist das Herunterladen der chinesischen Apps TikTok und WeChat ab Sonntag unter Berufung auf nationale Sicherheits- und Datenschutzbedenken verboten. Google und Apple müssen dann dafür sorgen, dass die Anwendungen in ihren App-Stores nicht mehr zur Verfügung stehen.

Ein vollständiges Verbot der Verwendung von TikTok wird am 12. November folgen.

Tiktok und WeChat gehören beide zu chinesischen Unternehmen - Tiktok zu Bytedance und WeChat zum Konzern Tencent. Die US-Regierung hatte erklärt, die Apps stellten ein Sicherheitsrisiko dar, weil sie Informationen über US-Bürger ausspähten und der chinesischen Regierung übermitteln würden.

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Wilbur Ross, US-Handelsminister:

"Auf Anweisung des Präsidenten haben wir erhebliche Maßnahmen ergriffen, um Chinas böswillige Erhebung personenbezogener Daten amerikanischer Bürger zu bekämpfen und gleichzeitig unsere nationalen Werte, auf demokratischen Regeln basierenden Normen und die aggressive Durchsetzung von US-Gesetzen und -Vorschriften zu fördern."

ORACLE-DEAL IN FRAGE GESTELLT

Die Regierungsverordnung stellt auch den jüngsten Deal des kalifornischen Technologiegiganten Oracle in Frage, den US-Betrieb von TikTok zu übernehmen. Dies hatte die Trump-Regierung gefordert, damit die App in den USA weiter betrieben werden kann. Allerdings wollte der chinesische Besitzer Bytedance die Mehrheitsbeteiligung behalten – mit einer solchen Lösung wäre er „nicht glücklich“, so Trump (am Mittwoch).

TikTok in den USA in Zahlen:

Mehr als 100 Millionen aktive Nutzer pro Monat

Mehr als 50 Millionen Nutzer pro Tag

Wie die meisten sozialen Netzwerke sammelt TikTok Nutzerdaten und moderiert die Beiträge der Nutzer. Es erfasst die Standorte und Nachrichten der Nutzer und verfolgt, was sie sehen, um herauszufinden, wie Anzeigen am besten auf sie ausgerichtet werden können.

Ähnliches gilt auch für in den USA ansässige soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter, aber die chinesische Eigentümerschaft nährt Bedenken, dass die chinesische Regierung Unternehmen anweisen könnte, beim Sammeln von Informationen zu helfen.

TikTok sagt, dass es keine US-Nutzerdaten in China speichert und dass es der Regierung keine Nutzerdaten aushändigen würde. Experten geben zu Bedenken, dass die chinesische Regierung von den Unternehmen im Land alle gewünschten Informationen erhalten könne.

In anderen Ländern stehen TikTok und WeChat weiter zur Verfügung.

TikTok war 2017 durch die Zusammenlegung mit der Mitsing-App Musical.ly entstanden, die mit einer Lippensynchronisierungsfunktion für selbstgedrehte Videos Erfolg hatte. Die TikTok-Nutzer können 15 bis 60 Sekunden lange Videos erstellen. Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz ermittelt die vor allem bei jungen Leuten populäre App-Vorlieben der Nutzer und schlägt ihnen immer weitere Videos vor.

su mit dpa