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Tiktok-Teenager gegen Trump: Warum die leeren Ränge in Tulsa?

BOK Center in Tulsa
BOK Center in Tulsa   -   Copyright  Evan Vucci/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
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Mehrere US-Medien - darunter die New York Times - berichten von einem "prank", von einer Art Scherz, mit dem User des Internet-Mediums Tiktok dafür gesorgt haben, dass beim Wahlkampf-Auftakt von Präsident Donald Trump in Tulsa in Oklahoma viele Ränge leer blieben.

Die Video-Plattform Tiktok wird vor allem von 15- bis 20-Jährigen genutzt. Offenbar hatten Tausende Tiktok-User Tickets für die Trump-Veranstaltung im BOK Center reserviert. Um einen Platz vorzubestellen, musste man nur eine Handynummer angeben. Weitergeleitet und unterststützt wurde die Aktion gegen den US-Präsidenten, der für seinen Umgang mit der Black-Lives-Matter-Bewegung in der Kritik steht, laut US-Medien von Anhängern der K-Pop-Szene.

Trump-Mitarbeiter hatten einen vollen Saal angekündigt mit 19.000 Teilnehmern. Der US-Präsident selbst hatte damit angegeben, dass eine Million Menschen nach Tulsa kommen wollten, um ihn dort zu sehen. Nach Zählungen der Feuerwehr von Tulsa, die den Einlass überwachte und die Tickets prüfte, waren 6.200 Menschen tatsächlich anwesend.

Sechs Mitarbeiter von Trumps Wahlkampsteam aus Tulsa waren kurz vor der Veranstaltung positiv auf das Coronavirus getestet worden. In Oklahoma war die Zahl der Infizierten kurz vor dem Trump-Termin deutlich angestiegen.

Der Spott angesichts des nicht voll besetzten BOK Centers machte die Runde auf Tiktok - mit Nachrichten wie "Oh, mein Gott, ich habe ein Ticket, aber jetzt habe ich entschieden... nicht hinzugehen."

Trumps Wahlkampfmanager Brad Parscale erklärte, "Linke und Online-Trolle" bildeten sich ein, sie hätten Einfluss ausgeübt, das sei aber nicht der Fall.

Ein Vater bestätigte auf Twitter, dass seine 16-jährige Tochter sowie hunderte Jugendliche aus Utah mitgemacht hatten.

Mit dem Hashtag #BLM für Black Lives Matter hatte auch Mary Jo Laupp, die sich selbst als "Tiktok-Oma" bezeichnet, dazu aufgerufen, dafür zu sorgen, dass die Plätze bei Trump leer bleiben. Die 51-Jährige hatte zuvor für die Kampagne inzwischen ausgeschiedenen demokratischen Kandidaten Pete Buttigieg gearbeitet.

Einige kritisieren, dass die "New York Times" die Aktion als "prank" (als "Scherz") bezeichnet hat, denn es handle sich um intelligenten politischen Protest.